Macht der Gewohnheit

In der Strinzer Chronik berichtet der Rektor Richard Weisser von einer Begebenheit im Informationsbüro in Bad Schwalbach.

 

"Am 24. Mai war ich nach Bad Schwalbach gegangen, um selbst auf dem Informationsbüro mich zu informieren über die dortigen Absichten bzgl. Bürgermeister-Ernennung.

Als ich im Vorzimmer mit einem anderen Besucher wartete, und der Gewerkschaftler Jakob Österreicher mit mir sprach, kam eine gutgekleidete Frau herein, hob die Hand zum "deutschen Gruß" und sagte, "Heil Hitler". Wir drei anderen grüßten mit "Guten Tag" und gingen stillschweigend über den Anachronismus hinweg. Es war ja offensichtlich, dass hier keine politische Demonstration vorlag, sondern die Macht der Gewohnheit wirkte auf diese Frau, die unbewußt von der Tatsache beeindruckt war, dass sie sich bei einer Behörde befand, bei der man natürlich den Hitlergruß gebrauchen muss. In der Aufregung konnt man natürlich vergessen, dass es keinen Hitler und kein Hitlerreich mehr gibt.

 

Ich hatte übrigens öfters Schulkinder, namentlich jüngere zurechtweisen müssen, wenn sie mich auf der Straße mit "Heil Hitler" grüßten, obwohl schon Tage und Wochen seit dem Einzug der Amerikaner vergangen waren, - die Macht der Gewohnheit war allzustark."

(Strinzer Chronik, Teil 2, Seite 379)

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