Keramik-, Porzellanfunde

Wenn man mit offenen Augen durch die Strinzer Gemarkung läuft, findet man auch immer wieder Keramikscherben aus vergangener Zeit. Hier möchte ich Euch einige meiner Keramikfunde vorstellen.

Die auf den Feldern zu findenden Keramikteile bezeichnet man auch als Mistscherben. Mistscherben deshalb, weil man früher kaputtes Geschirr auf den Mist geworfen hat. Wenn der Mist dann auf den Feldern verteilt wurde, kamen so auch die Scherben auf die Felder.

Pfeifenkopf

Kaum vorstellbar, aber auch diesen Reservisten-Pfeifenkopf habe ich in der Gemarkung gefunden. Er zeigt Kaiser Wilhelm II. und müsste so um 1900 datieren.

 

Siehe auch unter Reserve tut Not

Sammlertasse

Kein Gemarkungsfund aber ein ebay-Fund.

Diese alte Sammlertasse aus Strinz habe ich über ebay erstanden. Hergestellt wurde sie von der Firma Winterling / Engen.

 

Die Bodenmarke der Tasse lässt darauf schließen, dass diese vermutlich zwischen 1934 und 1945 hergestellt wurde.

Gebrauchstasse

Hierbei handelt es sich um eine Gebrauchstasse, die ich in der Gemarkung gefunden habe.


Beifunde lassen darauf schließen, dass die Tasse im frühen 20. Jahrhundert, sprich um 1920 / 1930 hergestellt wurde.

Cremetöpfchen

Diverse Cremetöpfchen.

Zeitstellung: unbekannt.

Höhe: 5 cm

Breite: 3,5 - 4 cm

 

Behälter zur Aufbewahrung von Lebensmitteln

Mehlbehälter

 

Zeitstellung: vor 1945

Salzbehälter

 

Zeitstellung: vor 1945

Manganviolette Töpferware

Diese Scherbe aus dem Strinzer Feld gehörte zu einem Gefäß aus der Epoche der "Manganvioletten Töpferware".

Die »manganviolette Ware« entstand im 13. und 14. Jahrhundert im Rhein-Main-Raum als Vorläufer des "Steinzeuges". Eine entsprechende Töpferei ist u.a. in Marienthal/Rheingau nachgewiesen. Sie gehört somit zum derzeit ältesten Artefakt aus der Geschichte von StM.

 

Proto-Steinzeug

Fuß eines Gefäßes aus sogenanntem Proto-Steinzeug.

Wie bei der obigen "Manganviolette Töpferware" entstand das dazugehörige Gefäß ca. im 13. Jahrhundert. Auch hier handelt es sich um einen Vorläufer des Steinzeuges.

Grapenfüsse

Diesen Fuß eines Grapen habe ich im Bachbett der Aubach an der Grenze zu Hennethal gefunden.

Der Grapen ist ein mittelalterliches Kochgefäß aus gebranntem Ton (Keramik) mit einer runden, bauchigen Form und drei Füßen, mit der das Gefäß in das offene Feuer oder über heiße Glut gestellt werden konnte.

Grapen waren als Kochgefäß vom 12. bis zum 18. Jahrhundert sehr verbeitet. Grapenbraten, ein Schmorbraten aus dem Grapen, war ein volkstümliches, ländliches Festgericht für den Sonntag oder auch für die Fleischtage in der Woche, Dienstag und Donnerstag.

Der Graben, von dem der Fuß stammt, war innen lasiert, was darauf hindeutet, dass er nach 1650 hergestellt wurde.

An diesem Fuß sind noch deutlich die Rußspuren zu erkennen, denn er stand ja gewöhnlich mitten in der Glut.

Ein weiterer in der Gemarkung gefundener Fuß eines oxidierend gebrannten Grapentopfes, äußerlich durch Rußpartikel bzw. Brand dunkler verfärbt, zu datieren in das späte 16. bis frühe 18. Jahrhundert.

Seltersflasche Nassau

Seltersflasche Nassau

 

Zeitstellung vor 1806

 

Im 18. und 19. Jahrhundert, war der Seltersbrunnen der bedeutendste und umsatzstärkste Mineralwasserproduzent Europas: Im Jahr 1850 lag der jährliche Ausstoß bei etwa drei Millionen, 1866 schon bei vier und 1870 etwa bei fünf Millionen der braunen Tonkrüge. In Paris, London, St. Petersburg und New York entstanden feste Handelsvertretungen. Nachgewiesen ist der Export des Wassers unter anderem auch nach Skandinavien, Afrika oder sogar nach Batavia, dem heutigen Jakarta.

Quelle

Seltersflasche Herzogthum Nassau

Hierbei handelt es sich um eine alte Seltersflasche aus der Zeit des Herzogthums Nassau. Das Herzogthum bestand von 1806 - 1866. In dieses Zeitspanne ist die Falsche einzuordnen.

 

 

 

Wasserflasche Oberselters

Wasserflasche aus Oberselters.

 

Zeitstellung: unbekannt

Steingutflaschen unbekannter Herkunft

Diese Steingutflasche habe ich aus der Böschung der Aubach, zwischen dem Ortseingang und der Zinkenmühle, gezogen. Ein Zufallsfund, denn es schaute nur ein minimaler Teil aus der Böschung. Umso überraschter war ich, als ich feststellen musste, dass die Flasche noch gänzlich in Takt war.

Zeitlich einzuordnen ist sie im 19. Jahrhundert.

 

Da sie keine Herstellermarkierung trägt, ist davon auszugehen, dass sie für den privaten Gebrauch verwendet wurde.

Kleine Steingutflasche

Kleine Steingutflasche

 

Inhalt: ca. 200 ml

Zeitstellung: unbekannt

Westerwälder Steinzeug

Vielfach in der Strinzer Gemarkung anzutreffen sind Scherben vom Westerwälder Steinzeug.

Vom Anfang des 17. Jahrhunderts an entwickelten sich die Töpferorte im Westerwald zu einem bedeutenden Töpferzentrum. Bis heute wird dort das typische graue, blau bemalte, salzglasierte Steinzeug im sog. „Kannenbäckerland" um Höhr-Grenzhausen gebrannt.

 

Im 18. Jahrhundert wird das Steinzeug durch das Porzellan von fürstlichen Tafeln und durch die Fayence von bürgerlichen Tischen verdrängt. Von da an dient es als bäuerliches Luxusgerät und zur Vorrathaltung in Küche und Keller.

 

Noch heute sind die Westerwälder Steinzeug-Töpfe in vielen Strinzer Haushalten anzutreffen. Nicht zuletzt wegen deren Robustheit.

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Lernvideo zum Umgang  
    mit dem Virtuellen
      Heimatmuseum.

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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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