Munition, Geschosse, Hülsen


"Zu meiner Zeit gingen wir

   ja noch mit der Armbrust

    auf die Jagd in die Strinzer

     Wälder. Meistens haben wir

        gewildert, der Wald gehörte

         ja unserer Herrschaft in

          Idstein.

          Nach der Armbrust wurde

           dann mit Gewehren gejagt.

           In der Gemarkung finde ich

          immer wieder Munition aus

        allen Epochen. Nachfolgend

      stelle ich Euch diese in zeit-

    licher Reihenfolge vor."


Musketenkugeln

Klein, rund, tödlich.

 

Diese Musketenkugeln habe ich aus dem Strinzer Feld geholt. Die Muskete war ein schweres, langes Vorderladergewehr mit glattem (zuglosen) Lauf. Sie löste ab Ende des 16. Jahrhunderts schrittweise die Arkebuse als Infanteriewaffe ab und wurde im 18. Jahrhundert zur Hauptwaffe der Fußtruppen („Musketiere“).

Da die Muskete noch im 19. Jhd. eine gängige Waffe war, lässt sich die Kugel zeitlich nicht zuordnen. Sie muss auch nicht vom Militär stammen, sondern kann auch von einem Jäger seiner Zeit verschossen worden sein.

Drei Kugeln haben ein Kaliber von 18 mm und wiegen 18 Gramm, die obere Kugel ist größer.

Feuersteinhalter

Bildquelle Hintergrundtext: Wikipedia/Voytek S.
Bildquelle Hintergrundtext: Wikipedia/Voytek S.

Hierbei handelt es sich um sogenannte "Feuersteinhalter" für Steinschlossgewehre. Der Feuerstein wurde am Hahn des Gewehres befestigt und erzeugte beim Abzug Funken, die wiederum das Pulver im Lauf entzündeten. Um den Feuerstein rutschsicher zu befestigen, wurde zwischen ihm und dem Hahn gebogene Bleiplättchen gelegt. Diese Plättchen sind aus Blei und wurden in der Regel selbst herstellt. Meist nutzte man dazu die Bleikugeln des Gewehrs die plattgeklopft wurden. 

Bleikugel für gezogene Vorderladergewehre

Dem Glattlauf der Vorderladergewehre folgen zwischen 1840 und 1855 Vorderladergewehre mit gezogenem Lauf. Mit dem gezogenen Lauf wurden die Geschosse in eine Drehbewegung gebracht.

Zwar blieb die Feuergeschwindigkeit wie vor, Reichweite und Treffgenauigkeit wurden jedoch wesentlich gesteigert. Dafür wurde eine neue Kugelform, wie bei der hier gefundenen Kugel erforderlich.

Bei den hier gezeigten Geschoss handelt es sich dabei um eine Konstruktion von Louis Etienne de Thouvenin (* 12. November 1791 zu Moyenvic, Meurthe; † 1882). Er war ein französischer Offizier und Waffenkonstrukteur. Thouvenin wurde 1811 Artillerieleutnant im französischen Heer, focht mit Auszeichnung in den Feldzügen der Koalitionskriege 1813 bis 1815, dann 1823 in Spanien, 1828 in Griechenland.

(Red / Wikipedia)

Bleikugel Für Dornbüchsen

Eine Weiterentwicklung zur Bleikugel für gezogene Vorderlader war die Dornbüchse. Es handelte sich dabei um eine Verbesserung des gezogenen Gewehrs aus dem Jahre 1840. Dabei wurde ein Dorn in der Schwanzschraube des gezogenen Gewehrs anbrachte. Charakteristisch für diese Geschosse ist das Loch im Geschossboden.

Stiftzünder

Vom Vorderlader zum Hinterlader.

Dieser Zünder gehörte zu einer Stiftzünderpatrone. Stiftzünderpatronen kamen in der Mitte des 19 Jhd. auf. Der Zünder war nicht wie bei heutigen Patronen am Ende zu finden, sondern innerhalb der Patrone. Solche Patronen wurden mit einem Stift gezündet, der seitlich in die Patrone ragte. Der Gewehrhahn schlug auf den Stift, wodurch der Zünder explodierte und das Pulver in der Patrone entzündete. Dieser Patronentyp war nicht ungefährlich. Fiel so eine Patrone unglücklich auf den Boden, genau auf den Stift, konnte diese ungewollt gezündet werden.

Übungsmunition von 1909

Hierbei handelt es sich um Übungsmunition für den Karabiner 88.

Als Geschoss wurde ein hohles Geschoss aus Erlenholz verwendet, mit den gleichen Ausmaßen wie das originale Geschoss. Die Reste der weggefaulten Geschosse sind noch zu erkennen.

Der Hülsenboden lässt erkennen, dass die Patronen im Jahre 1909 in Berlin-Spandau produziert wurden.

 

Es ist davon auszugehen, dass diese 2 Patronen, die sie noch auf einem Ladestreifen befinden, beim Kaisermanöver des Jahres 1911, welches in unserer Region stattgefunden hat, verloren gingen.

Französische 8 x 50 mm R Lebel

Französische Gewehrmunition, die wahrscheinlich aus der Besatzungszeit nach dem ersten Weltkrieg stammt.

 

Da noch scharf, wurden diese Patronen entsorgt.

Amerikanische Bordmunition 2. Weltkrieg

Bei dieser Patronenhülse handelt es sich um amerikanische Bordmunition aus dem zweiten Weltkrieg. Es ist dokumentiert, dass in der Zeit zwischen dem 20. und 24. März 1945 immer mehr Tiefflieger in der Gemarkung auftauchen, die auf alles schießen was sich bewegt. Der Hülsenboden verrät, dass es sich um eine Hülse des Herstellers "Twin Cities Ordnance Plant" handelt, und dass sie im Jahr 1944 produziert wurde. Sie ist ca. 10 cm lang und hat das Kaliber 12,7 mm. In der Regel wurden solche Geschosse aus 50 Browing M2 Maschinengewehren verschossen, der Standardwaffe amerikanischer Jagdflugzeuge.

 

Das Hintergrundfoto zeigt amerikanische Flugzeugwarte beim aufmunitionieren eines Kampfflugzeuges.

Hier (im Bild rechts) eine weitere Hülse die ich im Strinzer Feld gefunden habe. Es handelt sich auch um Bordmunition aus dem 2. Weltkrieg, allerdings in einem noch größeren Kaliber (20 mm).

Eingesetzt wurde sie von den britischen, amerikanischen und französischen Streitkräften. Verschossen wurde diese Munition in der Regel von Hispano-Suiza-Maschinenkanonen, wie sie z. B. auch in der berühmten Spitfire Verwendung fand. Durch das 20-mm-Kaliber konnte die mit 45 bis 50 kg verhältnismäßig leichte Waffe wirksame Explosivgeschosse abfeuern. Dies machte sie zur idealen Bordbewaffnung für Flugzeuge und ersetzte die Browing-Maschinengewehre.

Größenvergleich:

1. Gewehrpatrone

2. Kaliber 12,7 mm

3. Kaliber 20 mm

Deutsche Munition / 2. WK

Überbleibsel einer Hülse eines deutschen 2 cm Geschosses aus dem 2. Weltkrieg. Solche Geschosse wurden durch Flugabwehr-geschütze verschossen. Dem Bodenstempel ist zu entnehmen, dass dieses Geschoss bei der Fa. Hugo Schneider A.G. in  Leipzig hergestellt wurde.

Kopfzünder einer englischen Brandbombe

Hierbei handelt es sich um ein Fragment eines englischen Kopfzünder 846 für eine Flüssigkeitsbrandbombe 30 lb. Produziert wurde dieser Zünder im Januar 1942.

 

Laut Überlieferung fielen in der Nähe der Zinkenmühle Brandbomben. Von solch einer Brandbombe muss dieser Zünder stammen.

 

Siehe auch unter: Bomben auf Strinz

Bombensplitter einer Sprengbombe

Splitter einer Sprengbombe. Neben Brandbomben vielen in Ortsnähe auch Sprengbomben. Splitter davon sind über die gesamte Gemarkung verstreut.

 

Der hier gezeigte Splitter ist mit einer Länge von 30 cm, der bislang größte Splitter den ich gefunden habe.

 

 

Siehe auch unter: Bomben auf Strinz

Splitter einer Flugabwehrgranate

Bomber die in Richtung Frankfurt StM überflogen, wurden von Wehen aus mit Flugabwehrgranaten beschossen.

Die explodierten in der Nähe der Flugzeug und zerbarsten in viele kleine Teile. Die meisten Teil vielen dann, ohne ein Flugzeug getroffen zu haben zu Boden und verteilten sich auch in der Strinzer Gemarkung.

 

 

Siehe auch unter: Bomben auf Strinz

Zünder einer Panzer- (Teller-) Mine

Das Bild zeigt einen Druckzünder 35  einer deutschen Tellermine aus dem 2. Weltkrieg, den ich auf einem Acker am Sonnenhang gefunden habe. Diese Zünder wurden in eine Teller-mine geschraubt. Durch Druck auf den Zünder, z. B. durch einen darüberfahrenden Panzer, wurde der Zünder ausgelöst. Innerhalb des Zünders befand sich ein kleines Zündhütchen, dass den Sprengstoff in der Mine auslöste. Der Zünder wurde der Polizei übergeben.

Übungsmunition 1984

In der Gemarkung gefundene amerikanische Platzpatronen
In der Gemarkung gefundene amerikanische Platzpatronen

Aus der Chronik:

1984 findet ein Militärmanöver in der Hohenstein Gemarkung statt. Dabei werden im Wald zwischen den Gemeinden Hennethal und StM sogenannte "Manöverschäden" festgestellt. U.a. fällt ein amerikanisches Kettenfahrzeug einen Strommasten oberhalb des Friedhofes.

Auch hierbei handelt es sich um amerikanische Übungsmunition eines größeren Kalibers von dem Militärmanöver.

Diese haben das Kaliber 7,62x51 NATO und wurden laut Bodenstempel hergestellt von: Lake City Ordnance Plant aus Independence in Missouri. Die hier gezeigte Munition ist noch scharf und wurde der Polizei übergeben.

Auch diese Platzpatrone stammt vom Manöver in 1984. Das kuriose dabei ist, dass es sich um eine Platzpatrone für eine russische Kalaschnikow handelt.

Es ist demnach davon auszugehen, dass bei diesem Manöver der Gegner so realistisch wie möglich dargestellt werden sollte. Wahrscheinlich in russischen Uniformen und mit Kalaschnikows ausgestattet.

Bei dem Militärmanöver wurde in unserer Gemarkung auch Zelte aufgestellt. Davon stammen diese beiden großen Zeltanker, die ca. 40 cm lang sind.

Signalpatrone

Patrone eine Signalpistole.

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Lernvideo zum Umgang  
    mit dem Virtuellen
      Heimatmuseum.

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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

StM in Google-Map