Köhler

Der Kohlwald am Strinzer Weg
Der Kohlwald am Strinzer Weg

In der Strinzer Gemarkung gibt es einen Wald mit dem Namen Kohlwald. Dies weist darauf hin, dass dort früher mal ein Kohlenmeiler stand.

 

Köhler bezeichnet einen in Deutschland nahezu ausgestorbenen Beruf, dessen Aufgabe es ist, aus Holz Holzkohle herzustellen. Der zugehörige Handwerksbetrieb nennt sich Köhlerei.

Den älteste Hinweis auf Köhlereien oder Kohlemeiler in unserer Region erhalten wir aus dem Jahre 1727.

Am Freitag, dem 18. Juli 1727, beschweren sich die Abgesandten aus Ehrenbach, Görsroth, StM und Bechtheim bei der Verwaltung in Idstein, daß sie in der vergangenen Woche 5 Tage bei Hahn auf der Jagd liegen mussten. Sie konnten deswegen kein Heu machen und kein Korn schneiden. Doch nicht nur mit ihrer eigenen Feldarbeit blieben sie gewaltig zurück, auch die Frondefahrten, zu denen sie ebenfalls verpflichtet sind, blieben ungetan. Sie hätten Hafer nach Biebrich und (Holz-)Kohle zu einer (Eisen-)Schmelze fahren müssen. Da wegen der unterlassenen Zulieferung ein Ofen ausgegangen war, sprach nun die zuständige Rentkammer von Bestrafung.

Ein Köhler auf seinem Meiler (Wikipedia /WFM)
Ein Köhler auf seinem Meiler (Wikipedia /WFM)

Bereits im Altertum wurde Holzkohle in Meilern hergestellt. Hierbei werden Holzscheite in kegelförmige Haufen (Meiler) um Pfähle gesetzt, ein mit Reisig und Spänen gefüllter Feuerschacht angelegt und eine luftdichte Decke aus Gras, Moos und Erde geschaffen.

Querschnitt durch einen Meiler (Foto: Schwarzer)
Querschnitt durch einen Meiler (Foto: Schwarzer)

 Im Feuerschacht wird der Meiler entzündet, sodass bei einer Temperatur zwischen 300 und 350 °C der Verkohlungsprozess einsetzt. Der Prozess dauert sechs bis acht Tage – bei großen Meilern auch mehrere Wochen, während der Köhler darauf achten muss, durch Regelung des Windzugs (durch Aufstechen und Wiederverschließen von kleinen Löchern) den Meiler weder erlöschen noch in hellen Flammen aufgehen zu lassen. Am aus dem Meiler austretenden Rauch konnte der Köhler den Status des Verkohlungsprozesses erkennen. War der Rauch dick und grau, war das Holz noch roh; dünner, blauer Rauch zeigte eine gute Verkohlung an.

 In früheren Zeiten führten Köhler ein karges, einsames Leben. Sie lebten stets in der Nähe des Meilers in einer Köhlerhütte (Köte).

Noch heute ist der Boden im Kohlwald, dort wo die oder der Kohlemeiler stand, dunkler als im restlichen Wald. Diese dunkle Färbung rührt vom Holzkohlestaub der erzeugten Holzkohle.

 (Quelle: Wikipedia / Red.)

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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