Die Landarbeit

Kein Zuckerschlecken

Alles andere als romantisch waren die schweren Feldarbeiten, sowohl für Männer, als auch für Frauen. Mit den wenigen technischen Hilfsmitteln musse jeder sehen wie er zurechtkam. Alle Transporte ins Feld und bei der Ernte und dem täglichen Futter holen für die Tierbestände wurden mit Pferdefuhrwerk, Kuhgespann oder Handwagen und Schorschkarren erledigt, je nachdem ob es ein Hasenbauer, ein Gasebauer, ein Kuhbauer oder ein dicker Bauer war.

 

Alle mussten mit

Im Frühjahr, bei der Aussaat und im Herbst bei der Ernte musste alles mit ins Feld, was Beine hatte, alle Hände wurden gebraucht um die vielfältigen Arbeiten zu erledigen. Man hielt sich an den gängigen Spruch:

 

„ Wer im Frühjahr nicht zappelt, in der Ernte nicht gabbelt

und im Herbst nicht früh aufsteht, der kann zusehen, wie es ihm im Winter ergeht"

 

Bei etwa 40 landw. Betrieben, die ihre Felder bestellten und Viehhaltung hatten, konnte man im sogenannten „Brachfeld“, mit dem Anbau von Kartoffeln, Dickwurz, Kohlraben, Gemüse und Klee gerne bis zu 100 Leuten begegnen.

Die Männer hatten zu Pflügen, zu Eggen und zu Walzen, die modernen hatten schon Ringelwalzen, während die Frauen mit den Pflanz- und Pflegearbeiten zu tun hatten. Wer dabei eine große „Hauserling" (Haushalt) hatte, der war natürlich im Vorteil mit vielen Helfern.

 

Landwirtschaft in der Nachkriegszeit
In der Nachkriegszeit tat man sich besonders schwer, denn es wurde vieles vernachlässigt, es konnte nichts repariert werden aus Mangel an fast allen Ackergeräten, Wagen und Handwerkszeug. Mangels Räder oder entsprechendem Wagen wurde der Pflug mit einer Pluggschlaaf transportier, die Feldwege waren ausgefahren und schwer befahrbar, was dazu führte, dass bei einem starken Gewitter im Sommer der Ackerboden über die ausgefahrenen Wege die Pfalzstraße herunter bis an die Zeugwäsch geschwemmt wurde. Das war zusätzliche Arbeit, den der angeschwemmte Boden musste mit dem Schneppkuve wieder hinaus gefahren werden.

 

Den Mut nicht verloren

Bei all den schweren Arbeiten hat man nicht den Mut verloren, man ging in die Gesangstunde des Männergesangvereins, in den Singkreis der Kirche und hat „gesunge“  was das Zeug hält. Der Gesangverein hatte damals, bei rd. 400 Einwohnern 54 Sänger, die mit großem Erfolg erste Preise geholt haben.

 

Erste Flurbereinigungen
Durch die 1. Flurbereinigungen, die 1923 beendet wurde, wurden viele Arbeiten erleichtert, es wurden neue Wege gebaut, neue Felder gerodet, wie z.B. die Strinzer Wachhecke (Wachholderkecke) auf Brüderstein, die eine zusammenhängende Wüstung von dem heutigen Grillplatz bis zur nächsten Hecke in Richtung Holzhausen, war. Das die Wachhecken damit verschwunden waren, hat man sehr bedauert, denn sie waren sehr begehrt zum Reinigen und desinfizieren der Fleischbütt, vom Sauerkrautfass, dem Labbekrautfass  und vom Bohnedibbe.

 

Einführung der Dreifelderwirtschaft

Mit der Flurbereinigung wurde auch die Dreifelderwirtschaft eingeführt, mit der Dreiteilung der Gemarkung in der jeweiligen Nutzung. Das jeweilige Drittel war mit Wintergetreide, dann mit Sommergetreide und danach mit „Brachfeld“ bestellt (Kartoffeln, Dickwurz, Klee und Gemüse).

Die Hasen und Rebhühner haben ohne Probleme diesen jährlichen Wechsel mitgemacht, sie mussten nicht umgesiedelt werden.

 

Zweite Flurbereinigung
Die zweite Flurbereinigung war schon auf ein neues Zeitalter programiert, für den verstärkten Einsatz von Maschinen, der Traktor hielt Einzug mit vielen kleinen Einheiten und das alles hat wiederum die Arbeit im Feld erleichtert. Für viele Kleinbauern ging der rasante Fortschritt in der technischen Entwicklung schneller als gedacht vonstatten, sodass die kleinen Betriebe aufgeben mussten.

 

Ein Beitrag von Helmut Hartwig

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Die Strinzer Fahne
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