" Oh Gott, dass Leben eines

Strinzer Landmanns ist wirklich

nicht einfach! Kaum hat man

sich hingelegt, muss man schon

wieder aufstehen!"

 

 

 

 

 

"Über die  Jahrhunderte hinweg hat sich der Tagesablauf einer Strinzer Bauernfamilie nur unwesentlich geändert. Dieser war abhängig von den Jahreszeiten und vom Stand der Sonne. Ohne Sonne kein Tageslicht und ohne Tageslicht keine Arbeit auf den Feldern.

 

Nachfolgend habe ich Euch einen typischen Tagesablauf einer Bauernfamilieaus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgeführt:"

 

Tagesablauf in der Landwirtschaft

Die Sau kommt vor dem Menschen
Die Sau kommt vor dem Menschen

Früh am Morgen, wenn die Hähne des Ortes mit dem ersten Sonnenstrahl anfangen im Chor zu krähen, hies es auch für die Bauern.  AUFSTEHEN!!!

Noch bevor das erste Frühstück eingenommen werden kann, müssen zuerst die Haustiere mit Futter versorgt werden, denn mit den ersten Sonnenstrahlen wird das Vieh unruhig.

 

In der Regel geht es auf einem Bauernhof um 6:00 Uhr direkt in den Stall. Im Vorbeigehen wird noch das Türchen zum Hüherstall geöffnet. Schnell wird der Hof vom Hahn und seinem Gefolge bevölkert.

An der Milchsammelstelle
An der Milchsammelstelle

Als nächstes müssen alle Tiere versorgt werden. Füttern, Melken und Misten stehen auf der Tagesordnung. Überall klappern in den Gehöften Eimer und Milchkannen, rollen die Schubkarren mit Mist.

Die Zeit drängt, die Milch muss in der Milchküche, der Milchabgabestelle, abgegeben werden.

 

Um sieben Uhr, mit dem Morgengeläut, wird es lebendig auf den Strinzer Gassen. Alle bringen ihre Milch zur Milchabgabestelle. Im Vorbeigehen wird noch ein kleiner Plausch gehalten.

Erst nach der Milchabgabe gibt es ein Frühstück. In der Zwischenzeit hat die Zeitungsfrau schon die Tageszeitung verteilt.

 

Kurz nach sieben müssen die Kinder aus dem Haus, denn um 07:30 beginnt der Schulunterricht.

Auch Schmied, Wagner, Schuhmacher und all die anderen Berufszeige beginnen ihr Tagwerk erst, nachdem das hauseigene Vieh versorgt wurde. Auch beim Bäcker und im Kolonialwarenladen werden schon die ersten Kunden bedient.

 

Auf dem Weg ins Feld
Auf dem Weg ins Feld

Die ersten Pferde- und Kuhgespanne werden angeschirrt, verlassen die Höfe und rattern über die holprigen Dorfgassen hinaus ins Feld. Schon bald fährt das Milchauto vor, um die Milch des letzten Abends und des Morgens abzuholen.

 

Gegen halb 10 ist große Pause in der Schule. Fast im ganzen Dorf hört man das Schreien und Rufen der Kinder.

 

Gegen 10 Uhr wird im Bauernhaus das zweite Frühstück eingenommen.  Wer draußen im Felde frühstückt, hat entsprechendes mitgekriegt.

 

Inzwischen war auch das Postauto da und hat die Post gebracht und geholt.

 

Um 11:oo wird in der Kirche geläutet, als Zeichen für die Bauern im Feld, sich langsam auf den Heimweg zu machen. Um 12 Uhr verlassen die Kinder die Schule, um kurz nach 12 sitzt die gesamte Familie beim Mittagsmahl.

Gleich nach dem Mittagessen zieht der Ortsdiener mit der Ortsschlelle durch die Gassen und gibt die neuesten Informationen bekannt.

Spielende Kinder
Spielende Kinder

Nach dem Mittagsessen geht es dann mit den Fuhrwerken wieder auf das Feld. Kommt man am Born, dem Dorfbrunnen vorbei, lässt man dort die Tiere noch einmal trinken, bevor es weitergeht.

Am Nachmittag sieht man die Kinder, nachdem sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und ihren Eltern nicht helfen brauchen, auf der Gass. Sie beschäftigen sich mit einfachen Spielen wie: Ball spielen, Hickelhäuschen, Stelzen laufen oder Fußball spielen.

 

Bei der Feldarbeit
Bei der Feldarbeit

Nach fünf Uhr kehren alle, die ihrer Arbeit in der Gemarkung nachkommen mussten, wieder nach Hause zurück. Doch damit nicht genug der Arbeit. Im Bauernhof geht wie am Morgen das Füttern, das Melken und das Misten wieder los.

Um sieben Uhr abends ist wieder Milchabgabe. Die Milch wird wieder in die Milchküche gebracht, wo sie bis zum nächsten Morgen gekühlt gelagert wird.

 

Um sieben Uhr wird zu Abend geläutet. Die Kinder eilen schleunigst nach Hause. In den Höfen ist nun die Stallarbeit beendet und das Türchen zum Hühnerhaus wird wieder geschlossen und im Hause wird zu Abend gegessen.

 

Quelle: Das war ihr Leben, Helge Schmidt, 1985

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

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