tischlein Deck Dich

 

"Ohne Mampf kein Kampf!

 

So könnte auch die Devise der Bauernfamilien

gelautet haben. Denn die harte Feldarbeit machte

sehr hungrig.

 

Nachfolgend habe ich Euch die Tagesspeisen

einer durchschnittlichen Strinzer Bauernfamilie

in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgeführt."

 

Frühstück

In den Bauernfamilien wurde in der Regel zwei Mal gefrühstückt. Zum einen nach sieben Uhr, wenn die Milch zur Milchsammelstelle gebracht wurde. Zum anderen gab es gegen zehn Uhr noch ein zweites Frühstück.

 

Erstes Frühstück

Kaffee, Brot, Butter, Marmelade oder Gelee

Zweites Frühstück

Kaffee, Brot, Butter,  Schinken, Hausmacher Wurst oder Speck und Eier

Mittagstisch

Sonntag:

Suppe, besseres Fleisch (z. B., ein gutes Stück aus der Bütte, Schweine- oder Rinderbraten), Salzkartoffen, Gemüse (Salat).

 

Montag:

Die Reste vom Sonntag werden gewärmt.

 

Dienstag und Freitag:

fleischlose Kost:
z. B. Suppe, Mehlspeise (Pfannkuchen, Apfelplätzchen, Spatzen, Schluckerter (Rezept siehe unten) , Nudeln, Grießbrei, Waffeln), Obst (aus Gläsern) oder Apfelbrei.

z. B. Suppe, Kartoffelbrei (Kartoffelgemüse), Apfelbrei oder gedämpfte Äpfelchen.

z . B. Suppe, Kartoffelklöse mit Specksoße, Apfelbrei oder gedämpfte Äpfelchen.

z. B. Suppe, Kartoffelplätzchen.

z. B. Suppe, gebackene Eier, Kartoffeln, Salat.

 

Mittwoch und Donnerstag.

Gerichte mit gewöhnlichem Fleisch:

z. B. Suppe, Kochfleisch aus der Bütte oder ein Stück vom Schinken gekocht, Kartoffeln, Gemüse oder Sauerkraut.

 

Samstag:

Kartoffelbrühe (Dicke Suppe)

Wie in alten Zeiten: Zwiebellagerung in StM
Wie in alten Zeiten: Zwiebellagerung in StM

Abendessen

Werktags                    Dickmilch (Buttermilch), Pellkartoffeln (solange die Kartoffeln noch einigermaßen frisch waren), später dann Salzkartoffeln (manchmal auch Röstkartoffeln), Brot und Butter und dazu immer nur einen der folgenden Brotbeläge: Handkäse, Schinken, Schnellkäse, Wurst, Schmierkäse (Quark).
 Sonntags    Kartoffelsalat, Wurst

Quelle: Das war ihr Leben, Helge Schmidt, 1985

 

Was war Schluckerter (Schluggerder)

In der oben aufgeführten Beschreibung des üblichen Mittagstisches der Strinzer Landleute wird auch das Gericht "Schluckerter" aufgeführt. Hier musste ich auch erst einmal recherchieren, um zu sehen, um was es sich dabei handelte.

Im dem Büchlein "hünstetter gericht`scher und geschicht´scher" habe ich dann das Rezept dazu gefunden.

Beim Schluckerter handelte es sich um eine einfach Mehrspeise, man würde heut "Arme-Leute-Essen" dazu sagen.

 

Nachfolgend das Rezept:

Schluckerter

 

Zutaten:
2 Schobbe Milch, Mehl, 1 Prise Salz, Butter, Zucker, Zimt

 

Zubereitung:

Die gesalzene Milch wird auf dem Feuer zum Kochen gebracht, Weißmehl wird hineingedrückt, die Masse wird solange gekocht, bis sie steif ist. Dann nimmt man sie vom Herd und schöpft sie mit einem in Butter getauchten Löffel in eine irdene Schüssel.

Bestreut wird der Schluckerter mit Zucker und Zimt.

 

Guten Appetit!

 

Experimentelle Archäologie:

nachgekochter Schluckerter

Foto: Schwarzer
Foto: Schwarzer

Über die Suchfunktion können Sie direkt nach Jahreszahlen oder Ereignissen suchen.

Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

StM in Google-Map