Die Hochzeit

Heiraten im Mittelalter

Aus dem Jahre 1609 finden sich in der Borner Kirchenordnung Regelungen des Grafen Ludwig zu Nassau, die die Hochzeiten regelten:

Der Graf fordert darin:

 

Wenn Hochzeiten sind, mag man ziemlich tanzen, doch nicht unter der Predigt. Verboten ist das Nackttanzen, das Herumwerfen und alles unzüchtige Wort und Gebarde, und ein Ortsvorsteher soll beim Tanzen sein, daß zu recher Zeit anzufangen und aufgehört werde.

 

Die Grade der Blutsverwandschaft, die zur Eheschließung hinderlich sind, sollen genau beobachtet werden.

 

1935

Aus dem Jahre 1935 ist eine Statistik bekannt, die auch auf die Hochzeiten in StM eingeht:

Auszug:

Durchschnittliches Heiratsalter: a) Männer: 27 Jahre / b) Frauen: 23 Jahre

 

Ehepartner von aussen oder aus dem Dorf

In 85 Ehen: 5 beide Partner von aussen / 33 beide Partner aus dem Dorf / 47 ein Partner von ausserhalb

Das Aufgebot

Hatte man sich verlobt, also das Eheversprechen gegeben, wurde das Aufgebot bestellt. Bis zur Eingemeindung in die Gesamtgemeinde Hohenstein, hatte StM sein eigenen Standesamt.

Das Aufgebot selbst wurde in einem Schaukasten an der Kirchemauer zur Scheidertalstraße ausgehängt.

 

Sollte bekannt gewesen sein, dass die Braut schon vor der Hochzeit schwanger war, so wurde der Brauch ausgeübt, den Schaukasten zu stützen. Es wurden in der Regel schwere Hölzer unter den Kasten gestützt, manchmal bis zu einem Raummeter Brennholz, das man bei Nacht vom Grundstück der Brautleute geholt hat. Brautvater und Bräutigam mussten es dann wieder wegräumen.

 

Man kann über diesen Brauch z.B. in einem Kerbebrief von 1970 nachlesen.

Dort heißt es:

Dem ane hats Jungesellelewe nit me gefalle,

drem horre die Hochzeit des Jahres gehallte.

Doch ebbes harre mer feschwitzt,

mer harrem jo gor nit de Kaste gestitzt.

 

Der Polterabend

Vor der  Hochzeit wurde der Polterabend gehalten. Dabei wurde dem Brautpaar Glas und Porzellan vor die Tür geworfen. Streng nach dem Motto: Scherben bringen Glück.

Die Hochzeit

Bei der Hochzeit wurde am Polterabend Glas und Porzellan vor die Tür geworfen. Scherben bringen Glück. Kam das Paar am Hochzeitstag aus dem Haus und wollte zur Kirche gehen, so sah es den Weg durch Seile versperrt. Wenn dann die Hochzeitsgesellschaft Bonbons und Geldstücke auswarf, gaben die Kinder den Weg frei; das wiederholte sich mehrmals.

Die Hochzeitsfeier spielte sich im Haus der Braut ab oder im Dorfgemeinschaftshaus. Am Hochzeitsabend kamen die Burschen und Mädchen aus dem Dorf vor das Haus, sangen Lieder und gratulierten. Neben Volksliedern hörte man Ehestandslieder. Die jugendlichen Sänger bekamen für ihr Ständchen Kuchen, Wein und oft ein Fäßchen Bier gespendet.

 

Die Texte zu den gesungenen Lieder findet ihr  H I E R !!!

Der Hochzeitskranz

Schon im Jahre 1609 hieß es:

Wer sich heimlich verlobt und unzüchtig lebt, darf nicht mit dem Kranz zur Kirche gehen.

 

Es existieren zwei Erklärungen zum Kranz:

1. Eine nicht mehr jungfräuliche Braut, die Strohjungfer, musste nach altem Brauch bei der Hochzeit einen Strohkranz tragen. Die unbescholtene Braut durfte sich dagegen im Myrtenkranz präsentieren.

2. Die andere Version ist, dass die jungfräuliche Braut einen geschlossenen Kranz trug und die nicht mehr jungfräuliche Braut oder Witwe einen offenen. 

(Quelle: Wikipedia.)

 

Die Hochzeitkränze wurden früher gerne eingerahmt und ins Wohnzimmer gehängt. Zwei solcher eingerahmten Kränze befinden sich noch im Besitz einer Strinzer Familie. Einer aus dem Jahre 1865 der andere aus dem Jahre 1897.

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Lernvideo zum Umgang  
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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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