Kerbesprüche

Kerb

Ende Oktober, Anfang November feiert unser Dorf die Kerb.

 

Die erste Nennung einer Strinzer Kirmes (Kerb) gibt es schon aus dem Jahre 1477. Es ist überliefert, dass in diesem Jahr der Amtskeller in Wiesbaden eine größere Zahl von Wiesbadener Doppen (Tonbecher) für die Kirmes von StM kauft. Diese waren wahrscheinlich für den dortigen Ausschank des Bannweines bestimmt.

Den Begriff Bannwein kennt man seit dem 12. Jahrhundert. Dabei handelte es sich um (herrschaftlichen) Wein, der alleinig ausgeschenkt werden durfte und den die Verpflichteten kaufen mussten. Es war nicht erlaubt einen anderen Wein auszuschenken.

 

Auch aus dem Jahre 1521 ist überliefert, dass die gräfliche Rentei in Idstein 600 Wiesbadener „Doppen" für die Strinzer Kirmes vom 21. Mai zum Gesamtpreis von anderthalb Gulden ersteht.

 

Im Jahre 1609 wurde seitens der Regierung in Idstein die Kirmessen mit nachfolgendem Wortlaut verboten:


"Die Kirmessen sollen abgeschafft werden und jeder Pfarrer der sie zuläßt bestraft werden, weil "übermaßiges Fressen, Sauffen, Spielen, Schlägern und sonstige geschieht. Der Pfarrer, der es duldet, soll mit 20 Gulden bestraft und seines Amtes entsetzt werden."

 

Gott sei Dank ist das heutzutage wieder anders!

 

Zur Strinzer Kerb gehört heutzutage auch ein Kerbeumzug.  Die meisten Bewohner kennen heute nicht mehr den Ursprung dieses Brauches.

Am 2. November 1834 wurde unsere heutige Kirche vom Pfarrer Schmidtborn eingeweiht, der hier von 1815 bis 1870 als Seelsorger wirkte. Dieses Kichweihfest wird durch einen Umzug eingeleitet. Dieser Umzug wurde fortan jedes Jahr zur Kerb wiederholt.

 

Früher, wenn Kerb war, gingen die Musikanten des Dorfes vor das Haus des Bürgermeisters, um ihm ein Ständchen zu bringen. Natürlich begleitete die Jugend die Musikanten. Nach dem Ständchen erholten sich die Musikanten beim Freibier von den Anstrengungen.

 

Wenn der Umzug hält, liest der Kerbevater den Kerbespruch vor. An der Ecke Pfalzstraße/Schulstraße löst sich dann der Zug auf; jetzt beginnt für jung und alt die Feier mit Musik und Tanz.

 

Der Kerbespruch

Der Kerbespruch, der vom Kerbevater vorgelesen wird, sagt viel aus über die Geschehnisse im Ort des entsprechenden Jahres. Insbesondere lustige Begebenheiten werden hier Kund getan.


Über die zwei obigen Reiter könnte Ihr Euch die ältesten mir bekannten Kerbesprüche aus den Jahren 1969 und 1970 anschauen.

In der Nachkriegszeit fand die Kerb noch in der Pfalzstraße statt.
In der Nachkriegszeit fand die Kerb noch in der Pfalzstraße statt.

Strinzer Kerb 2010

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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