Kindererziehung und Freizeit

Strinzer Kinder 1917
Strinzer Kinder 1917

Kindergärten kannte man noch nicht

 

Da es keine Kindergärten gab, hielten sich die noch nicht schulpflichtigen Kinder überwiegend im Bauerngehöft der Eltern auf. Hier beaufsichtigte die Oma oder ein älteres Mädchen die Kleinen. Im Laufe der Jahre hatte jedes Kind in der Familie die Verantwortung für die jüngeren Geschwisterchen zu übernehmen.

Singen gehörte zum Alltag

Wer in jener Zeit durch das Dorf ging, konnte sich an Wiegen-, Kinder- oder Volksliedern erfreuen, deren Melodien jedem Bewohner vertraut waren. Die Mütter sangen mit den Kleinkindern; diese wiederum lernten neues Liedgut von den Geschwistern, die die Schule besuchten, wo damals im Musikunterricht das Lernen und Singen von Volksliedern im Mittelpunkt stand. Liederbücher gab es nicht; der Text wurde in der Schule abgeschrieben und gelernt. Ein neues Lied verbreitete sich schnell im ganzen Dorf.

Siehe auch unter Liedgut

Spielzeug war Handarbeit

Gekauftes Spielzeug war den meisten Kindern unbekannt. Im Bäuerngehöft gab es viele Dinge, mit denen sich die Kinder stundenlang beschäftigen konnten. Die älteren Buben  bastelten für ihre jüngere Schwester eine Wiege; die Mutter, Oma oder auch ein älteres Mädchen nähte eine Puppe mit Kleidern. Solche ein Spielzeug vererbte man dann noch an jüngere Geschwister weiter.
Zum Spielen verwendeten die Kinder Holzscheite, Steine, Bohnen, Stöckchen, Nüsse, Bucheckern, Knöpfe oder Tannenzapfen. Wer einen hölzernen Baukasten mit Klötzen sein Eigen nannte, wurde bewundert und beneidet.

Beim Dreschen 1936
Beim Dreschen 1936

Die Arbeit ruft

 

Nach der Schulzeit wuchsen die Jugendlichen allmählich in die Arbeitswelt der Erwachsenen hinein und waren stolz, wenn der Vater den Söhnen das Pferdegespann überließ.

Daß ein Arbeitstag in alter Zeit aber keine Zuckerschlecken war, können Sie unter Tagesablauf und Landarbeit nachlesen

Nach getaner Arbeit

Nach der Tagesarbeit und dem Abendessen saß die Familie am Küchentisch oder dem Wohnzimmer (in der guten Stub). Im trauten Schein der Petroleumlampe erzählte die Mutter oder Oma ein Märchen. Die älteren Geschwister spielten Mühle oder Dame (auch selbst hergestellt) oder erledigten noch schnell die Schularbeiten.

Die schulentlassen Mädchen trafen sich an bestimmten Tagen nach dem Abendbrod in einer Bauernstube. Im Winter nahmen sie ihr Spinnrad mit oder handarbeiteten. Damals wurden Strümpfe, Handschuhe, Jacken, Schals, Mützen in jedem Haus selbst angefertigt. Oft gesellten sich auch junge Burschen dazu. Dann wurde erzählt und gesungen.

Turnverein 1922
Turnverein 1922

Gesang- und Turnverein bringen Leben in die Gemeinde

 

Nach Gründung des Gesangvereins (1891) und des Turnvereineins (1904) entstand ein reges Vereinsleben. Jetzt konnten sich die jungen Leute körperlich ertüchtigen, ihre Leistungen mit anderen Turnvereinen messen und an Sängerwettstreiten teilnehmen.

 

Zu Fuß zum Fest

Wenn an den Sonntagen in den Nachbardörfern Vergnügungen oder Vereinsfeste stattfanden, zog die Jugend gemeinsam zu Fuß dort hin. Nach Beendigung des Festes gingen sie wieder gemeinsam nach Haus. Der Schlaf kam in dieser Nacht dann zu kurz, und oft wollte der nächste lange Arbeitstag kein Ende nehmen.

Strinzer Halbstarke 1936
Strinzer Halbstarke 1936

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Lernvideo zum Umgang  
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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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