Chronik von 1918 - 1924

1918

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: August Schmidt / Lehrer: Julius Emil Schlicht

Strinz-Margarethä gehört ab sofort zur Weimarer Republik

Ereignisse

  • Ende des Ersten Weltkrieges. 78 Strinzer haben am Krieg teilgenommen. 12 Gefallene sind zu beklagen.
    (Strinzer Chronik)
  • Strinz gehört ab sofort zur französischen Besatzungszone - Brückenkopf Mainz.
    (Red.)
Französische Besatzungszone
Französische Besatzungszone
  • Am 14. Dezember wird StM mit französischen Besatzungstruppen belegt (Im Hohensteiner Archiv existieren noch Abrechnungslisten mit Benennung der Bürger bei denen Truppen untergebracht waren und die Anzahl der Nächte der Unterbringung, über die ganze Zeit der Besetzung des Ortes und zwar geliedert nach Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und untergebrachte Pferde)
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)

 

Siehe auch: Unter französischer Besatzung

 

Gefallene

25.06.1918 - A. Deuser

10.10.1918 - W. Hankammer

1919

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: August Schmidt, Adolf Kadesch / Lehrer: Julius Emil Schlicht

Ereignisse

  • Den Gemeindebehörden wird der Befehl erteilt, am Eingang der Dörfer sowie an Kreuzungen Plakate mit dem Namen des Ortes und den verschiedenen Richtungen anzuschlagen.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Es wird ein Verzeichnis der wohlbehalten aus dem Krieg zurückgekehrten Mannschaften (74 Personen) erstellt.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Der französische Admininstrateur ordnet an, daß die ganze Bevölkerung, ausgenommen diejenigen Personen, die im letzten Jahr erfolgreich geimpft sind, gegen Pocken (Blattern) geimpft werden.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Rudolf Heinzemann und August Schneider müssen im Auftrag der Besatzungstruppen Wagenfahrten durchführen.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Am 17. September fällt K. Fuhr infolge des 1. Weltkrieges
  • Am 13. Oktober fällt R. Hauser infolge des 1. Weltkrieges
  • Oberförster Blum fordert die Gemeinde auf, Holzabgaben an die Besatzungstruppen nach einem beigefügten Muster aufzustellen und pünktlich zum angegebenen Termin einzusenden.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Die Gemeinde liefert Holz an die französischen Besatzungstruppen
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Wagnermeister Philipp Fuhr liefert an die französischen Besatzungstruppen: Holz für Hemmklötzer und Bolzen, vier Bretter, Drahtstifte, 2 Eichenbalken, Brennholz und Stroh.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Aus der Schulchronik: In den örtlichen Verhältnissen gehen große Veränderungen vor sich. Zunächst wird der Gemeinderat neu gewählt. Alle bisherigen Mitglieder, bis auf einen scheiden aus und einige Wochen später wird die Bürgermeisterwahl ausgeschrieben, bei der der bisherige Bürgermeister August Schmidt abgelöst wird.
    August Schmidt steht mit einer 34jährigen Amtszeit an der Spitze aller Gemeindeleiter. Dies ist umso erstaunlicher, als er kaum über den Umkreis seines Heimatdorfes hinaus kam und auch nicht als Soldat gedient hatte.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 123)
  • Neuer Bürgermeister wird Adolf Kadesch (geb. 1876). Letztmalig wird bei der Wahl von Kadesch der Brauch ausgeübt, ein mit Kranz und Bändern geschmückten Tannenbaum vor dessen Haus zu stellen.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 123)
    Stammvater von Kadesch ist Jonas Coltis. Die Familie Coltis wanderte um 1680 aus Böhmen nach Watzhahn aus. Die Nachkommen verzweigten sich nach Steckenroth und StM. Aus Coltis wurde später Kothes und dann Kadesch.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 123 / L. Hanson, Born)
  • Erste Generalversammlung des MGV "Eintracht" nach dem ersten Weltkrieg. Bei der anstehenden Vorstandswahl wird die bisherige Vereinsführung bestätigt. Der neu erwachte Lebensmut wird durch die Weltwirtschaftskrise erneut gedämpft.
    (Festschrift 100 Jahr MGV Eintracht 1891 / 1991)
  • Vom Hofgut Georgenthal wird auf Anordnung der Besatzungstruppen eine Telegraphenleitung nach StM. verlegt.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Vom 13. August bis zum 5. September sind Truppen des 2. französische Art.Regt. in StM stationiert.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)

 

Siehe auch: Unter französischer Besatzung

Gefallene

17.09.1919 - R. Hanson

13.10.1919 - K. Fuhr

1920

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Kadesch / Lehrer: Julius Emil Schlicht

Statistik

Touristenwagen und Motorräder: 0

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

 

Zur Requisition geeignete Fahrräder: 21 (davon 4 ohne Bereifung)

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Auf Veranlassung von Karl Weber wird der TV 1904 wieder aktiviert. Der Verein zählt 50 Mitglieder.
    (Vereinschronik des TV 1904)
  • Der Bürgermeister der Gemeinde wird von der alliierten Kommission daran erinnert, dass er oder sein Stellvertreter der anstehenden Pferdemusterung persönlich beizuwohnen habe. Er muss in der Lage sein, der Kommission, am Tage der Musterung ausreichend Auskünfte über die Pferde gegen zu können.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Am 12. März wird die Gemeinde aufgefordert 10 Raummeter Holz für die französischen Besatzungstruppen in das Holzlager in Langenschwalbach anzufahren.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Die Gemeinde erhält 133,52 Mark für die Unterbringung von französischen Soldaten im Dezember 1918.
    (Archiv der Gemende Hohenstein)
  • Die Gemeinde muß eine Liste aller zur Requistion geeigneten Fahrräder erstellen. Es werden 21 Fahrräder aufgeführt. Es mußte angegeben werden, wer der Besitzer ist, dessen Beruf und Wohnung, sowie die Tatsache, ob diese Räder mit Voll(gummi) - oder Luftreifen ausgerüstet sind. Außerdem Baujahr und Fabrikmarke. Als Fabrikmarken wurden aufgeführt: Brennabor / Seidel Naumann / Neckarsulm (NSU) / Aria / Deutschland / Opel / Torpedo / Suberier / Salburg / Naumann & Germania)
    (Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

 

Siehe auch: Unter französischer Besatzung

1921

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Kadesch / Lehrer: Julius Emil Schlicht; Georg Petri

Organist: Georg Petri

Statistik

Pferdebestand: 1 Hengst / 31 Wallache / 11 Stuten

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Als erster Vorsitzender des TV 1904 wird August Gräter gewählt unter dessen Leitung der Verein größere Aktivitäten entwickelt.
    (Vereinschronik des TV 1904)
  • Als Vergütung für die Holzlieferung an die französischen Besatzungstruppen in 1919 erhält die Gemeinde 300,- Mark Entschädigung.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Die Gemeinde erhält 4.792,69 Mark als Entschädigung für die Belegung mit fremden Besatzungstruppen vom 4.12.1918 bis 5.9.1919.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Philipp Fuhr erhält für seine Holz- und Strohlieferungen an die französischen Besatzer, sowie seinen geleisteten Arbeitsdienst in 1919 eine Entschädigung von 494,20 Mark.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • StM erhält elektrischen Strom.
    (Strinzer Chronik)
  • Weihe der neuen Glocke am 15. Mai, 1. Pfingstfeiertag.
    (Programm zur Glockenweihe / Archiv der Gemeinde Hohenstein)
    Siehe auch unter: Glockenspiel
  • Durch das Gesetz zur Altersgrenze wird der Lehrer Schlicht, der mit strenger Zucht einen erfolgreichen Unterricht gewährleistete, unerwartet in den Ruhestand versetzt. Er zieht nach Breslau, wo er 1922 verstirbt.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116)
  • Neuer Lehrer in StM wird Georg Petri, geb. 1898 zu Arnoldshain. Er ist nur Vertretungsweise in StM.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 116)
  • Ende der Grundstückszusammenlegungen in StM die 1913 begonnen wurden.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 123)

1922

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Kadesch / Lehrer: Georg Petri; Adolf Großmann

Organist: Georg Petri

Statistik

Pferdebestand: 33 Wallache / 9 Stuten

Viehbestand: Kühe 169 / Schafe 138

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Rudolf Heinzemann und August Schneider erhalten für die im Auftrag der Besatzungstruppen am 20.02.1919 durchgeführten Wagenfahrten eine Entschädigung von 35 Mark.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Als Vergütung für Holzlieferung an die französischen Besatzungstruppen erhält die Gemeinde 1.200,- Mark.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Die Gemeinden werden aufgefordert, bei den Aufschriften auf Ortstafeln und Wegweisern möglichst wenig fremde Sprachen zu verwenden. Bei Neuaufstellung von Ortsschildern oder Ersatz von alten, schadhaften ist die deutsche Sprache anzuwenden, falls nicht eine ganz besondere militärische Anforderung vorliegen sollte.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • August Gräter übernimmt die Vereinsführung des TV 1904.
    (Festschrift zur Sportplatzeinweihung 1990)
  • Pfarrer Schilp meldet dem Nassauischen Verein für Naturkunde das Vorkommen einer  Schleiereule (Strix flammea L.) in Strinz-Margarethä .
    (Jahrbücher des nassauischen Vereins für Naturkunde, J. F. Bergmann 1922)

 

Siehe auch: Unter französischer Besatzung

Neue Währung

Siehe auch unter: Im Geldbeutel

1923

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Kadesch / Lehrer: Adolf Großmann

Statistik

Perdebestand: 31 Wallache / 12 Stuten

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Lehrer Georg Petri tauscht seine Stelle mit dem Lehrer Alfred Großmann in Laubuseschbach.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 117)
  • Erst im Jahre 1923, nach der Währungsreform, erhält der MGV "Eintracht" Unterstützung und Hilfe in Form eines Kredites, der dringend benötigt wird.
    (Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991)
  • Durch den Verkauf eine Kuh wird der Landmann Heinrich Hankammer - aufgrund der Inflation - zum ersten Millionär in StM.
    (Kirchenchronik / Pfarrer Schilp)
    Siehe auch unter Erster Milionär
  • Neuregelung der Organistenbesoldung. Der Organist erhält ab sofort 1 Klafter Holz und spielt dafür alle 14 Tage.
    (Strinzer Chronik/Band 2 Seite 29)

Inflationsgeld 1923

Siehe auch unter: Im Geldbeutel

Quelle: Helmut Hartwig

1924

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Kadesch; Adolf Weber / Lehrer: Adolf Großmann

Statistik

Pferdebestand: 42 Wallache / 15 Stuten

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Kraftwagenbestand: 0

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Waffenbesitzer werden aufgefordert Ihre Waffenscheine zu erneuern. Bei Nichtbeachtung drohen Strafen. Daraufhin werden die Doppelflinten von Adolf Christmann und Karl Bender seitens der Gemeinde beim Landratsamt des Untertaunuskreises in Langenschwalbach abgegeben.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Neuwahl der Gemeindevertretung und des Bürgermeisters. Das bisherige Gemeindevertretungsmitglied Adolf Weber wird mit einer Stimmer Mehrheit gewählt und die alte Jugendfreundschaft von Weber und Kadesch geht mit dieser Wahl in die Brüche.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124)

Neue Währung

Wahlen

Reichstagswahl 1. Wahlgang:

DVP = 100 Stimmen / SPD = 32 Stimmen / DNVP = 22 Stimmen / KPD = 7 Stimmen / DDP = 2 Stimmen / USPD = 2 Stimmen / WP = 1 Stimme / VöSozB = 1 Stimme

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

 

Reichstagswahl 2. Wahlgang:

DVP = 101 Stimmen / SPD = 32 Stimmen / DNVP = 12 Stimmen / DDP = 8 Stimmen / KPD = 3 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

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Die Strinzer Fahne
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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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