Chronik von 1925 - 1932

1925

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Adolf Großmann

Statistik

Einwohner: 383

 

Kutschenbestand: 24 zweirädrige Einspänner, 34 vierrädrige Einspänner, 28 vierrädrige Zweispänner

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

 

Perdebestand: 42 Wallache / 15 Stuten

(Meldung an die Besatzungstruppen / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Im Jahre 1925 wird einen Kraftpostlinie von Idstein-Hühnerkirche-Hennethal-StM-Breithardt-Bad Schwalbach eingerichtet, die der Personenbeförderung dient. Wegen mangelnder Rentabilität ging die Linie aber wieder ein.
    (Statistische Erhebung zur Standorterforschung von Strinzmargarethä / 1935 / Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • In der Generalversammlung des MGV "Eintracht" legt der langjährige Vorsitzende Wilhelm Klein in Folge seines hohen Alters sein Amt nieder. Bei der anstehenden Neuwahl wird der Landwirt Emil Kadesch zum 1. Vorsitzende gewählt. Klein wird Ehrenvorsitzender.
    (Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991)
  • Im Haus der Familie Christmann wird eine Nebenzweigstelle der Nassauischen Sparkasse eingerichtet, die von der Familie Christmann geführt wird.
    (Hohensteiner Blättche)
Kerb 1925
Kerb 1925

Wahlen

Wahl des Reichspräsidenten (1. Wahlgang):

Jarres = 71 Stimmen / Braun = 13 Stimmen / Hellpach = 3 Stimmen / Held = 1 Stimme

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

Wahl des Reichspräsidenten (2. Wahlgang):

Hindenburg = 103 Stimmen / Mars = 25 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

1926

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Adolf Großmann

Statistik

Schülerzahl: 60

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 117)

Ereignisse

  • In StM bestand bisher eine Halbtagsschule, die Schüler wurden in zwei Etappen unterrichtet. Nun ist die Zahl der Schüler soweit zurückgegangen (60) , dass eine einklassige Schule eingerichtet werden kann. Der Lehrer wagt es bisher nicht, diese Umänderung zu treffen, weil die Bevölkerung am alten Brauch festhält, die großen Kinder nachmittags zu landwirtschaftlichen Arbeiten heranzuziehen. Gesteuert vom Schulrat Winter wurde über die Regierung eine Bestimmung getroffen, dass nach den Pfingstferien trotzdem eine einklassige Schule eingerichtet wird. Und zwar soll während des Sommerhalbjahres eine ungeteilte Unterrichtszeit eingeführt werden, weil dann ja auch die Kinder nachmittags ihren Eltern bei der Feldarbeit helfen können.
    (Hess. Staatarchiv, Wiesbaden / Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 117)
  • Der Regierungspräsident in Wiesbaden teilt mit, dass von Juni bis Oktober Teile der Britischen Rheinarmee Märsch, Übungen und Manöver in dem Distrikt um Wiesbaden ausführen werden. Durch die Truppenbewegung werden unweigerlich Schäden entstehen. Die Gemeinden werden aufgefordert, Forderungen innerhalb von 48 Stunden zu melden.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
  • Die ländliche Fortbildung wird vom Kreis übernommen.
    (Strinzer Chronik)
  • Lehrer Großmann wird zum Vorsitzenden des Schulvorstandes gewählt. Pfarrer Schilp hatte zuvor dieses Amt freiwillig niedergelegt.
    (Schulchronik / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 29)

Wahlen

Ergebnis des Volksentscheid über den Entwurf eines Gesetzes über die Enteignung des Fürstenvermögens:

Ja = 11 Stimmen / Nein = 1 Stimme

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

1927

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Adolf Großmann

Ereignisse

  • Der Schulverband StM hat sich zur Beschäftigung der Frau Hankammer aus StM als Nadelarbeitslehrerin entschlossen. Sie erhält eine Entschädigung von 40,- RM je Jahresstunde.
    (Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden)
  • In StM findet ein Gau-Turnfest statt
    (Fotodokument)
  • Die Wahl eines Elternbeirates, die durch Verfügung der Regierung vom 22. Juni vollzogen werden sollte, wurde, wie auch bei der letzten Wahl, abgelehnt.
    (Schulchronik / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 29)

1928

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Adolf Großmann; Fritz Schmidt

Ereignisse

  • Der Waldsportplatz wird in Gemeinschaftsarbeit der Mitglieder des TV 1904 ausgebaut.
    (Vereinschronik des TV 1904)
    Der TV 1904 schafft sich einen Tanzboden und vereinseigene Biergläser an.
    (Vereinschronik des TV 1904)
  • Der Lehrer Großmann wird nach Wehen versetzt.
    (Schulchronik / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30)
  • Neuer Lehrer in StM wird Fritz Schmidt. Lehrer Schmidt fällt besonders durch ein starkes Räuspern im Unterricht auf. Dieses rührt noch vom 1. Weltkrieg her, in dem er einem Gasangriff zum Opfer viel.
    (Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30 / mdl. Überlieferung)
  • Am Morgen des 16. September durchqueren Teile des englischen 2. Worcetershire Regimentes bei einem Manöver Strinz-Margarethä. Zuvor wurde das Regiment von den Royal Welch und Royal Berkshires angegriffen. Es gelingt dem Regiment den Feind bei Kämpfen zwischen Strinz und Niederlibbach zurückzudrängen. Gegen Mittag dann erreichen die siegreichen Truppen Oberlibbach.
    (www.worcestershireregiment.com)

Wahlen

Reichstagswahl

CNBL = 105 Stimmen / SPD = 15 Stimmen / DVP = 6 Stimmen / KPD = 5 Stimmen / DDP = 3 Stimmen / DBP = 2 Stimmen / DNVP = 1 Stimme / VöNatB = 1 Stimme

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

1929

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Fritz Schmidt; Hilfslehrer Karl Renker; Hilfslehrer W. Janssen

Statistik

Anzahl der Schüler: 57

Ereignisse

  • Für StM wird seitens des Schulamtes eine zusätzliche Lehrerstelle beantragt. Da aber voraussichtlich erst im Jahre 1933 mit einer Schülerzahl von 60 Schülern zu rechnen ist, ist die Gemeinde zur Einrichtung einer Mehrstelle nicht bereit, da nach der geltenden Gesetzgebung diese Stelle jahrelang eine Mehrstelle sei.
    (Hess. Staatsarchiv / Wiesbaden)
  • Im April wird dem Schulamtsbewerber Herrn Karl Renker aus Roth die Versehung einer Hilfslehrerstelle an der öffentlichen Volksschule StM übertragen. Als monatliches Gehalt erhält er 165 RM. Schon im Juni wird dem Schulamtsbewerber Wilhelm Jannssen aus Frankfurt am Main diese Stelle übertragen, der den Lehrer Fritz Schmidt als eine "gütigen, stillen und fleißigen Menschen" bezeichnete.
    (Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30 + Band 1, Seite 117)
  • Einrichtung eines zweiten Lehrsaals durch Teilung des gegenwärtigen Lehrsaals im Schulgehöft.
    (Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden / Schulchronik/Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30)
  • Die Gemeinde ist wegen Wassermangels gezwungen, ihre Wasserleitungen weiter auszubauen. Sie nimmt hierfür einen Kredit von 13.000 RM auf. Zusätzlich beantragt sie bei der Nassauischen Brandversicherungsanstalt eine Bewilligung zur Unterstützung zwecks Verbesserung der Wasserleitungen.
    (Hessisches Staatsarchiv, Wiesbaden)
  • Die Gemeinde erhält seitens des Landrats die Aufforderung 4.000 RM für die größeren notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen am Aubach, festgestellt durch den Kreiswiesenbaumeister, im Rechnungsvoranschlag für 1929 bereitzustellen. Bürgermeister Weber entgegnet, dass die Gemeinde durch die ausgeführten Arbeiten zur Erweiterung und Reparatur der Wasserleitung und außerdem durch den Mindererlös bei den Holzverkäufen nicht in der Lage sei, die Summe in den Etat einzusetzen.
    (Hessisches Staatsarchiv, Wiesbaden)
  • Einstellung des Arbeiters Adolf Fuhr als Wege- und Wiesenwärter.
    (Hessisches Staatsarchiv, Wiesbaden)
  • Der TV 1904 Strinz-Margarethä feiert sein 25jähriges Stiftungsfest und die neu erworbene Vereinsfahne wird feierlich eingeweiht. Sämtliche Gründungsmitglieder werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
    (Vereinschronik des TV 1904)
  • 1929 geht als der kälteste Winter seit 100 Jahren in die Analen ein. Es werden Temperaturen bis 30° Grad unter Null gemessen.
    (Beiträge zur Geschichte Hohenstein-Breithardt, - Steckenroth und -Burg-Hohenstein / Pfarrer Weinberger /1992)
  • Der Dirigent des MGV "Eintracht" Ludwig Petri, der den Verein lange Jahre betreut hat wird zum Ehrendirigenten ernannt. Neuer Dirigent wird Ludwig Gerhardt aus Steckenroth.
    (Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991)

Wahlen

Volksentscheid über den Entwurf eines Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes: Ja = 37 Stimmen / Nein = 2 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

1930

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Fritz Schmidt; Hilfslehrer W. Janssen

Statistik

Anzahl der Schüler: 59

Ereignisse

  • Wiederwahl von Adolf Weber zum Bürgermeister von StM. Zum Stellvertreter wird Wilhelm Guckes gewählt.
  • Der TV 1904 führt einen Monatsbeitrag von 30 Pfennig ein. Der Verein wird gerichtlich eingetragen und die Vereinsfahne versichert.
    (Vereinschronik des TV 1904)
  • Der MGV "Eintracht" beschließt im Hinblick auf das 40jährige Gründungsfest eine neue Fahne zu weihen.
    (Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991)
  • Verpachtung des zur Lehrerstelle gehörenden Schulgutes für die Amtszeit von Lehrer Schmidt. Die Erlöse müssen für Schulzwecke verwendet werden.
    (Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden)
  • Wegen Sparmaßnahmen wird die Hilfslehrerstelle, die von W. Janssen belegt wird gestrichen. Die Bretterwand, die den Schulraum in zwei Klassen teilt wird herausgerissen und ab sofort wieder einklassiger Unterricht gehalten.
    (Strinzer Chronik / Teil 1, Seite 118)

Wahlen

Reichstagswahl

LP = 92 Stimmen / NSDAP = 21 Stimmen / SPD = 10 Stimmen / CSVD = 5 Stimmen / KPD = 4 Stimmen / DNVP = 2 Stimmen / StP = 2 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

1931

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Fritz Schmidt; Hilfslehrer W. Janssen

Statistik

Anzahl der Schüler: 60

 

Die Gemeinde zahlt an Wohlfahrtserwerbslose einen Eigenanteil (30%) von 147,45 Mark und an sonstige Unterstützungsempfänger 187,05 Mark. Die restlichen 70% werden von UTK getragen.
(Finanzstatistik für 1931 / Archiv der Gemeinde Hohenstein)

Ereignisse

  • Der MGV Strinz-Margarethä feiert sein 40jähriges Bestehen.
    (Festschrift 100 Jahre MGV Eintracht 1891 / 1991)
  • Auf dem Waldsportplatz findet ein Schauturnen statt.
    (Vereinschronik des TV 1904)
  • Einstimmiger Beschluss des Gemeinderates das Leiterhaus abzulegen, um auf Abbruch zu verkaufen.
    (Chronik der Freiwilligen Feuerwehr StM / 2009)
  • Ausbesserung der Kurve an der Wegkreuzung Breithardt/Hennethal/Strinz, da diese zu den "besserungsbedürftigen Kurven" im UTK gehört. Der Eigentümer des Geländes neben dem Wege hat sich dem Bürgermeister gegenüber zur Abgabe des Grund und Bodens zum angemessenen Preise bereiterklärt.
    (Hess. Staatsarchiv, Wiesbaden)
  • Es existieren Schulpatenschaften mit einer Schule in Japan und Italien.
    (Archiv der Gemeinde Hohenstein)
    Siehe auch unter: Schulpatenschaft Japan/Italien

Impressionen vom Stiftungsfest

1932

Pfarrer: Ernst Schilp / Bürgermeister: Adolf Weber / Lehrer: Fritz Schmidt

Statistik

Anzahl der Schüler: 66

Ereignisse

  • Ab 1932 wird das Wasser des Lindenbrunnens mit für die Wasserversorung genutzt. Es wird in das Pumpenhäuschen (Wasserhäuschen) geleitet, entsäuert, und dann in den Hochbehälter auf dem Kirchweg gepumpt. Der Lindenbrunnen ist 4 m tief und besteht aus 1,5 m breiten Zementrohren.
  • Die Quellen erbringen folgende Leistungen. Wolfersborn täglich 25 cbm, Aßbach täglich 25 cbm und Lindenbrunnen 30 cbm.
    (Strinzer Chronik)
  • Die Wahl eines Elternbeirates wird zum wiederholten Male abgeleht.
    (Schulchronik  / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30)
  • Der Männergesangverein "Eintracht" nimmt mit 38 Sängern an einem Gesangswettstreit in Bad Ems teil.
    Präsident: Emil Kadesch, Dirigent: L. Gerhard/Steckenroth.
    (Schulchronik / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30)
  • Bürgermeister Weber tritt in die Partei ein und wird NSDAP-Mitglied.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 124)

Wahlen

Wahl des Reichspräsidenten (1. Wahlgang):

Hitler = 159 Stimmen / Hindenburg = 30 Stimmen / Thälmann = 7 Stimmen / Duesterberg = 3 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

Ergebnis der Wahl des Reichspräsidenten in Strinz (2. Wahlgang):

Hitler = 169 Stimmen / Hindenburg = 27 Stimmen / Thälmann = 2 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

Auch wenn Hitler in StM die Wahl in StM gewonnen hat, so wurde insgesamt doch Hindenburg der Wahlsieger.

 

"Die Enttäuschung über den Sieg Hindenburgs im Wahlkampf war außerordentlich groß"

(Schulchronik / Strinzer Chronik, Band 2, Seite 30)

Reichstagswahl 1

NSDAP = 192 Stimmen / SPD = 5 Stimmen / KPD = 3 Stimmen / KP = 3 Stimmen / SAP = 1 Stimme

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

 

Reichstagswahl 2

NSDAP = 154 Stimmen / SPD = 9 Stimmen / LP = 7 Stimmen / DNVP = 6 Stimmen / KPD = 4 Stimmen

(Die Hessen als Reichstagswähler / 1990)

 

Gespannkühe
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Die Strinzer Fahne
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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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