Chronik von 1750 - 1799

1750 - 1754

Pfarrer: Johann Peter Freyberger

1755

Pfarrer: Johann Peter Freyberger / Lehrer: Bachmann

Ereignisse

Karl, Fürst zu Nassau, Graf zu Saarbrücken und zu Saarwerden, bestätigt - auch im Namen der Fürsten Wilhelm Heinrich und Karl zu Nassau - den Empfang der Vogteien zu Würges und Kirberg (Kirburg) und der vier Dörfer Strinzmargarethä, Ober- und Niederlibbach und Heimbach, die ihm Johann Franz Freiherr von Hoheneck, Dechant, und Kapitel des Ritterstifts Bleidenstadt laut inserierter Urkunde vom gleichen Tag als Lehen übertragen haben. Mainz den 25. Juni 1755.

(Hessisches Staatsarchiv, Wiesbaden, Abt. 131 Nr. U 438)

1756

Pfarrer: Johann Peter Freyberger / Lehrer: Bachmann

Allgemeine Ereignisse

Beginn des "Siebenjährigen Krieges" der auch Auswirkungen auf StM hat.Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) kämpften mit Preußen und Großbritannien/ Kurhannover auf der einen und der kaiserlichen österreichische Habsburgermonarchie, Frankreich und Russland sowie dem Reich auf der anderen Seite alle europäischen Großmächte dieser Zeit. A uch mittlere und kleine Staaten waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.

Ereignisse

  • Versetzung des Lehrers Bachmann nach Wiesbaden.
  • Anstellung des Johann Martin Joch aus Breithardt als Lehrer in StM.
  • Im Siebenjährigen Krieg (1756 -1763) wird die Registraturkiste im hiesigen Pfarrhaus durch französische Einquartierung geplündert.

1757

Pfarrer: Johann Peter Freyberger

Bekannte Namensform

Strenz

Karte von 1757
Karte von 1757

1758

Pfarrer: Johann Peter Freyberger; Philipp Karl Freyberger

1759

Pfarrer: Philipp Karl Freyberger 

Franz Ludwig Freiherr von Kesselstadt, Dechant, und das Kapitel des Ritterstifts zu Bleidenstadt verleihen dem Fürsten Karl zu Nassau - auch für die Fürsten Wilhelm Heinrich und Karl zu Nassau - die Vogteien zu Würges und Kirberg (Kirburg) und die vier Dörfer Strinzmargarethä, Ober- und Niederlibbach und Heimbach zu Lehen. Mainz, 15 Mai 1759.

(Hessisches Staatsarchiv Wiesbaden, Abt. 131 Nr. U 438 a)

1760

Pfarrer: Philipp Karl Freyberger 

1761

Pfarrer: Philipp Karl Freyberger / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

Neuer Lehrer in StM wird Johann Martin Joch. In der Schulchronik wird er als treuer und fleißiger Lehrer beschrieben.

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112)

Martin Joch hat das Schulgut (Morgen Land) frei zu benutzen und ist zehntfrei.
(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 119)

1768

Pfarrer: Philipp Karl Freyberger / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

1768 zieht der Rektor Ernst Gottlob Stritter, nachdem er 1766 als Rektor des Idsteiner Gymnasiums wegen eines auffallenden Rückgangs in der Frequenz der Schule entlassen wurde, mit seinem Sohn nach StM. Dort verbringt er seine Zeit mit Predigten und Unterweisung der Schullehrer der gesamten Umgegend.

(Geschichte von Nassau, Dr. Schiepke, K. Menzel, 1879, Seite 438 - 439)

1769

Pfarrer: Philipp Karl Freyberger; Ernst Gottlob Stritter / Lehrer: Johann Martin Joch

1770

Pfarrer: Ernst Gottlob Stritter / Lehrer: Johann Martin Joch

1771

Pfarrer: Ernst Gottlob Stritter; Christian Friedrich Bickel / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

Eine Hungersnot läßt die schon um einiges früher in Nassau eingeführte Kartoffel endgültig zum wichtigsten Grundnahrungsmittel werden.

1772 - 1777

Pfarrer: Christian Friedrich Bickel / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

Unter Pfarrer Bickel entsteht ein heftiger Streit, wegen Herstellung der Pfarrgartenumzäunung, die seit dem Siebenjährigen Krieg verkommen ist.

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 128)

1778

Pfarrer: Christian Friedrich Bickel / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

Der Wehener Philipp Weiß möchte den früheren Kuhhirten und Tagelöhner von StM, Christoph Graf, in sein Haus aufnehmen, weil er Arbeit für ihn hat. Das fürstliche Amt Wehen gibt dazu nur seine Einwilligung unter der Bedingung, dass die Entfernung von Graf nach getaner Arbeit sofort erfolge. Dies ist u.a. eine Maßnahme um das Bettelunwesen in Wehen einzudämmen.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1957)

1779

Pfarrer: Christian Friedrich Bickel / Lehrer: Johann Martin Joch

1780

Pfarrer: Christian Friedrich Bickel; Johann Gottfried Wex / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

Neuer Pfarrer in StM wird Johann Gottfried Wex. Er ist Kaplan und kommt aus Wehen.

1781

Pfarrer: Johann Gottfried Wex / Lehrer: Johann Martin Joch / Schultheiß: Johann Enders

Das Ritterstift zu Bleidenstadt lässt zur Begrenzung seiner Güter Grenzsteine in der Strinzer Gemarkung aufstellen.

(Hessisches Staatsarchiv)

Siehe auch unter Historische Grenzsteine

1782

Pfarrer: Johann Gottfried Wex / Schultheiß: Joh. Enders / Lehrer: Johann Martin Joch

Ereignisse

Wappen Domkapital
Wappen Domkapital
  • Das Mainzer Domstift tritt die Nachfolge des Bleidenstadter Ritterstift an.
  • Schultheiß Enders berichtet, dem Mainzer Domkapitel stünden als Nachfolger Bleidenstadts außer Frucht- und Blutzehnten 23 Morgen Land zu.
    (Nassauische Analen)

Siehe auch unter Strinz im Jahre 1782

1783 - 1788

Pfarrer: Johann Gottfried Wex / Schultheiß: Joh. Enders / Lehrer: Johann Martin Joch

1789

Pfarrer: Johann Gottfried Wex / Schultheiß: Joh. Enders / Lehrer: Johann Martin Joch; Philipp Ferdinand Sauer

Bekannte Namensform

Strintz-Margaretha

Allgemeine Ereignisse

  • Beginn der französischen Revolution

Ereignisse

  • Nach dem Tod des Johan Martin Joch wird Philipp Ferdinand Sauer vom Kloster Klarenthal neuer Lehrer in StM. Philipp Ferdinand Sauer stammt aus Moßbach.
    (Sulzbacher Geschichte(n), Teil 1, Seite 82)
    Als Lohn für seine Arbeit als Lehrer bekommt er 6 Klafter Buchen Scheitholz, welches ihm die Gemeindemitglieder frei in den Hof liefern müssen.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112)
  • Die Witwe von Lehrer Joch erhält die Besoldung ihres Mannes befristet weiter.
  • Auf dem Schulspeicher wird ein handgeschriebener Brief von Lehrer Joch gefunden: "Schul=Guth zu Strintz-Margaretha, Verzeichnis dessen, so in der Strintz-Margarethaer Gemarkung liegend, wie folgt gemessen und beschrieben worden".
    Darin heißt es zum Schluß:
    Gott helff und segen allen rechtschaffenen Schul=Lehrer
    die dieses in Zukunft besitzen werden.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112)
  • Das Ritterstift, dass die Nachfolge des Kloster Bleidenstadts antrat, gibt das Pfaffengut in Pacht an Joh. Phil. Faust und dessen Erben.
    In dem Pachtvertrag heißt es unter anderem: "Er (gemeint ist der Pächter Faust) muss auf dem sog. Ochsengut (Pfaffengut) nicht nur das gewöhnliche Faselvieh auf seine Kosten stellen und unterhalten, sondern annebst unserem Ritterstift alljährlich Michaelis (29. Sept.) anch Bleidenstadt 3 Malter (1 Malter = 128 Liter) Korn und 6 Malter Haber (Hafer) guter und sauberer Frucht entrichten.

1790

Pfarrer: Johann Gottfried Wex / Schultheiß: Joh. Enders / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Karte von 1790
Karte von 1790

Statistik

Einwohner: 37

Ereignisse

  • Fürst Wilhelm von Nassau ratifiziert die Aufteilung der 207 Morgen Viehweide (Breiteloh) zwischen den anliegenden Gemeinden an. Auf Strinz entfielen 27 Morgen. Grund war, dass sich die Gemeinden nicht um die gemeinsam genutzten Viehweiden kümmerten. Mangels Pflege war z.B. der Weidebrunnen verfallen.
    (Kleine Chronik des Ortes Hohenstein-Breithardt / Pfarrer Weinberger
    Hessisches Staatsarchiv, Abt. 133/649)
  • Gottfried Eberhard Freyberger, Sohn des ehemaligen Strinzer Pfarrers Freyberger , geboren am 21. April 1764 entfernt sich im Jahre 1790 von seiner Heimat, ohne seitdem von seinem Leben oder von seinem Aufenthalt irgend eine Nachricht zu geben
    Siehe auch unter: Pfarrerssohn verschwindet spurlos

1791

Pfarrer: Johann Gottfried Wex / Schultheiß: Joh. Enders / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer / Joch

Ereignisse

Der Schullehrer Joch hat "das Schulhaus samt 5 Morgen Schulgut frei zu benutzen und das Schulgut ist Zehnten frei".

1792

Pfarrer: Johann Gottfried Wex; Johann Gottfried Kolb / Schultheiß Joh. Enders / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgemeine Ereignisse

Beginn der Revolutionskriege.

Als sich die französischen Revolutionstruppen anschicken, den Rhein als Frankreichs Grenze in Besitz zu nehmen, stellen sich ihnen 1792 Österreicher und Preußen entgegen.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1957)

Ereignisse

Nach dem Tod des Pfarrers Johann Gottfried Wex, wird Johann Gottfried Kolb aus Neuweilnau neuer Pfarrer in StM. Die Kinder von Wex beantragen die befristete Überlassung der Besoldung ihres Vaters.

 

Unter Pfarrer Wex, der als Wittwer in fortgeschrittem Alter die Pfarrstelle versah, war das Verhältnis auf "gegenseitige Duldsamkeit eingestellt".

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 129)

 

Am 02. Juli passieren Teile der 5. preußischen Marschkolonne unserer Region dem Rhein entgegen. Ihr folgt einige Tage später die 4. Kolonne, die in unserer Region einquartiert wird. Von da ab reißen die Durchmärsche der Preußen bis zum 21. Juli nicht mehr ab.

Die Preußen, die ohne Grund nach der gewonnen Schlacht bei Valmy den Rückzug angetreten haben überlassen den nachfolgenden französischen Heeren den deutschen Boden. Viele Mainzer fliehen vor den herannahenden Franzosen in unsere Region. Auch viele Wiesbadener fliehen in die Taunushöhen.

Nachdem die Franzosen den Rhein überschritten haben ist es der französische Befehlshaber und Oberst Houchard, der den Taunus mit seinen Truppen durchstreift und überall brandschatzt.

Im Dezember gelingt es den Preußen, die Franzosen wieder über den Rhein zurückzudrängen. Unsere Region wird zur Operationsbasis der Preußen. Häuser und Scheunen liegen voll Krieger, in manchen Scheunen bis zu 50 Mann.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

1793

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Zu Beginn des Jahres liegen die Preußen noch in Ihren Stellungen hier im Taunus. Die Bauern müssen Fronfahrten nach Limburg machen. Dort müssen sie Nachschub für die hier liegenden Truppen holen.

Am 27. Februar beschiessen die Franzosen Biebrich, was wieder zu Flüchtlingsströmen in die Taunushöhen führt.

In der zweiten Jahreshälfte ziehen sich die Preußen aus unserer Region zurück. Von da an sind für ein Jahr lang keine Auswirkungen der Revolutionskriege in unserer Region zu verspüren.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

1794

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Während des harten Winters von 1794/95 (das Wasser fror in den Brunnen), liegen die Kürassiere vom kurfürstlich-sächsischen Reichskontingent in Strinz.

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 125)

1795

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Im Sommer kommen die Franzosen erneut unter Ihrem General Jourdan ins Nassauer Land. Es gibt keinen Ort ohne französische Besatzung. Im Oktober, nach dem Sieg der Österreicher ziehen die Franzosen schnell wieder ab. Die nachsetztenden Österreicher nehmen den Taunus in Ihren Besitz.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

1796

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Jean-Baptiste Jourdan
Jean-Baptiste Jourdan

Im September passiert ein Teil der französischen Maar- und Sambrearmee unter Führung von Jean-Baptiste Jourdan - auf dem Rückzug aus Franken - plündernd die hiesige Gegend.

Die Einwohnerschaft flüchtet mit Vieh und Habe in das benachbarte hessische Gebiet, das durch den Baseler Separatfrieden neutral geworden ist.

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 126)

Bis September ist unsere Region wieder von Franzosen besetzt, die dann wieder über den Rhein zurückgetrieben werden können.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

1797

Bekannte Namensform

Strenz Margaret

Ereignisse

Der inzwischen besiegte General Jourdan wird durch den französischen General Hoche ersetzt, der kurz vor dem endgültigen Frieden 1797 noch einmal durch den Taunus streift. Hierbei kommt es in unserer Region zu Kämpfen zwischen Österreichern und Franzosen, die die Franzosen gewinnen. Daraufhin besetzen die Franzosen wieder unser Gebiet. Die Bewohner werden zu Schanzarbeiten bei Mainz gezwungen. Hierzu wurden viele Bäume gefällt, unsere Wälder wurden stark gelichtet.

Mit dem Frieden von Campo Formio wird der Rheinstrom Frankreichs Grenze. Die Franzosen ziehen sich aus dem Taunus zurück.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

1798

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Bürger unserer Region werden immer noch zu Schanzarbeiten nach Mainz abgeführt. Außerdem muß weiterhin Schanzholz und Lebensmittel geliefert werden. Fast von allen Lebensmitteln entblößt, müssen die Taunusbewohner im Winter 1797/98 für die Franzosen arbeiten und hungern.

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

1799

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgemeine Ereignisse

  • Ende der französischen Revolution

Ereignisse

  • In 1799 werden die Bewohner immer noch zu Frondearbeiten für die Franzosen in Anspruch genommen. Die Bewohner haben kaum Zeit, um Ihre Felder zu bestellen. Wer nicht in Mainz arbeiten muß, der muß mit Pferd und Wagen Holz abfahren. Das Holz für die Bevölkerung wird so rar, daß es kaum noch Brennholz zu kaufen gibt. Die Folge ist eine sprunghafte Preissteigerung auf dem Holzmarkt, sodaß viele das Geld für Brennholz nicht mehr haben. Sie sehen sich gezwungen, mit Leseholz und Reisern, die massenhaft den Waldboden bedecken, vorlieb zu nehmen. 

(Wehen und sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)

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Die Strinzer Fahne
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