Chronik von 1800 - 1824

1800

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Bekannte Namensform

Strinz Margaretha

Karte aus 1800
Karte aus 1800

Aus der der Zeit um 18oo ist das Wappen einer Strinzer Familie mit dem Namen Gruber bekannt.

 

Hier die offizielle Beschreibung:

 

Ältester bekannter Vorfahr im Mannesstamm: Johann Philipp Gruber, Landwirt, * Strinz-Margarethä um 1800. In Rot ein goldenes Hirschgeweih mit Grind, an den zehn Enden und aus der Schädeldecke hervorkommend je mit einer goldenen Rose besetzt. Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender, mit einem roten Strick um den Hals gefesselter goldener Drache.

Führungsberechtigt sind: Eingereicht bzw. neu angenommen am 20. Februar 1981 von Wilhelm Gruber, Forstamtsrat, * Wambach 7.4.1927, für sich und seine ehelichen Nachkommen im Mannesstamm.

 

Quelle: Deutsche Wappenrolle der "Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V."

Urkunde zur Zehntverpflichtung von StM gegenüber dem Ritterstift Bleidenstadt aus dem Jahre 1800

 

Siehe auch unter Der Zehnte ging ans Kloster

1801

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

1802

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei (Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen) in Idstein.

(Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806)

1803

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Es wurde vermerkt. "Die Feuergefahr in Strinz-Margarethä war groß, zumal die Häuser und Scheunen mit Stroh gedeckt waren".
    Die "Abgebrannten" wurden bettelarm, denn eine Feuerversicherung gab es damals noch nicht. Es gab auch keine organisierte Feuerwehr, obwohl es dazu gesetzliche Vorschriften gab. Wenn die Stroh gedeckten Häuser erst einmal brannten, war es schon zu spät. Sie brannten schnell nieder. Eine gewisse Sicherheit zum Schutz der Bürger wurde gewährleistet durch einen Tagwächter, einen Nachtwächter und einem Flurschütz.
    (Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009)
  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei (Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen) in Idstein.
    (Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806)

1804

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Der als östereichischer Soldat tätige Stinzer Tobias Enders meldet sich letztmalig bei seiner Ehefrau aus Carstadt. 20 Jahre später klagt diese auf Scheidung wegen böslicher Verlassung.
    (Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen / 2663 / 1824)
  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei (Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen) in Idstein.
    (Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806)

1805

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei (Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen) in Idstein.
    (Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806)

1806

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Allgmeine Ereignisse

StM gehört ab sofort zum Rheinbund.

 

Der Rheinbund (Confédération du Rhin) war eine auf Initiative Napoleons I. 1806 in Paris gebildete Konförderation deutscher Staaten, die mit der Gründung dieses Staatenbundes aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation austraten. Durch die Rheinbundakte war die Konföderation als Militärallianz mit dem Kaiserreich Frankreich gegründet worden. Napoleon fungierte in diesem Gebilde als „Protektor“. Frankreich selbst gehörte der Konföderation aber nicht an, sondern war ihr Allierter.

Das Ziel, den Rheinbund von 1806 zu einem Staatenbund mit gemeinsamen Verfassungsorganen auszubauen, scheiterte am Widerstand der größeren Mitgliedsstaaten. Faktisch blieb der Rheinbund im Wesentlichen ein Militärbündnis deutscher Staaten mit Frankreich.
(Wikipedia)

  • StM zahlt 20,19 Gulden "Herrngeld" an die Renthei (Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen) in Idstein.
    (Auszug aus den Rechnungen der Renthei Idstein der Jahre 1802 - 1806)
  • In der Rheinbundakte werden die Fürstentümer Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen, zu dem seit 1728 das Oberamt Idstein gehört, vereinigt und zum Herzogtum Nassau erhoben.

Gründungsurkunde Herzogthum Nassau                      Reiter des Herzogthums Nassau

                                                                                           www.brigade-uniform-tafeln.de

1807

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Inschrift einer Scheune in der Scheidertalstraße
Inschrift einer Scheune in der Scheidertalstraße

1808

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Am 24. März kauft Johannes Emmerich Enders in Strinz-Margarethä von der Herzoglich Nassauischen Hofkammer (inzwischen war aus dem Fürstentum ein Herzogtum geworden) das "Ochsengut" (früher Pfaffengut) für 2.300 Gulden. Im Kaufvertrag verpflichtet er sich, u.a. für die Gemeinde das Faselvieh, nämlich einen tüchtigen Faselochsen und einen guten Eber auf seine Kosten anzuschaffen und stets zur Zufriedenheit der Gemeinde zu unterhalten.
  • Abschaffung der Leibeigenschaft im Herzogthum Nassau und Einführung eines neuen Steuerrechts.
  • Friedrich August, Herzog von Nassau und Friedrich Wilhelm, Fürst zu Nassau teilen 1808 in der Sammlung der "Landesherrlichen Edicten und anderen Verordnungen" die Aufhebung der älteren und direkten Abgaben (Zehnten) nach Einführung eines neuen direkten Steuersystem, beginnend am 01. Januar 1808, mit. Für die einzelnen Ämter und Ortschaften werden die einzelnen Abgaben aufgeführt, die nicht mehr zu entrichten sind.
    Für das Oberamt Idstein (zu dem auch StM gehört):
    - die ordinäre Schatzung
    - die Extrasteuern
    - die Additionalsteuer der ehemaligen Freigüter
    - die Servicegelder
    - die zur Landesunkostenkasse sowie die zur alten Constributionscasse erhobenen
       Schätzungsimpeln
    - die nach dem Schatzungsfuß bisher erhobenen Beiträge des Oberamtsphvficus in Idstein
    - das Dienstgeld, die Diensthafer und das Dienstheu
    - das Hofdienstgesindegeld
    - die mit dem Dienstgeld bisher erhobene Leibbeet
    - Fastnachtshübner und Sommerhahnen.
    Speziell für StM:
    - das Bereiter-Jossengeld
    - das Herrengeld
    - das Weidhammelgeld
    - die Frohnd-Rodemtisensgelder wegen Befreiung von den Natural-Erndtefrohnden auf
      dem Georgenthaler Hof
    - die Frohnden auf der Brühlwiese
    - die Rauchhafer
    - das Kirmesweingeld
    - die ständigen Abgabe von den Krämereien
    - das Landwachtgeld

(Sammlung der landeherrlichen Edicte und anderer Verordnungen  / Seite 311 und 312)

1809

Pfarrer: Johann Gottfried Kolb / Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Nach der Versetzung von Pfarrer Kolb nach Usingen wird Imanuel Snell aus Usingen neuer Pfarrer in StM.

Nach der Versetzung von Pfarrer Kolb nach Usingen wird Imanuel Snell aus Usingen neuer Pfarrer in StM.

1810

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Die Soldaten der Herzogthums Nassau erhalten neue Uniformen.

 

Pfarrer Snell bezieht zum ersten Mal sein Pfarrbesoldungsholz

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 129)

                                                                                                     www.brigade-uniform-tafeln.de

1811

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

1812

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

1813

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ab jetzt:

- Verwaltungsbezirk Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein -

(Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011)

Ereignisse

  • Gemeindesteuer-Ausschreibung der Gemeinden des Oberamts Idstein:
    Zur Bestreitung gemeinheitlicher Aufgaben des laufenden Jahres 1813 ist den benannten Gemeinden des herzoglichen Oberamts Idstein die Ausschlagung und bis zum November des Jahres zu bewerkstelligende Erhebung der benannten Grund- und Gewerbesteuer-Simpeln erlaubt worden: Strinz-Margarethä zwei Simplum.
    Wiesbaden den 2. August 1813
    (Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, Band 5 / 1813)
  • Nach der Niederlage der Truppen von Napoleon Bonaparte in Rußland galt es für diese, so schnell wie möglich wieder zurück über den Rhein zu kommen. Unsere Region wird von zurückweichenden französischen Soldaten heimgesucht.
    Ihnen folgen russische Kosaken, die sich in unserer Region niederlassen. Nassau gehört noch immer zum Rheinbund, den Verbündeten von Napoleon. Insofern befinden sich die Kosaken noch in Feindesland und sind entsprechend eingestellt. Ca. 2 Wochen später treten die Nassauer zu den russischen Verbündeten über.
    (Wehen uns sein Grund, Dr. Eduard Wilhelmi, 1953)
  • Der Wehrpflichtige Philipp Peter Enders wird im Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau aufgefordert seiner Wehrpflicht nachzukommen und sich binnen 4 Wochen zu melden. Im Falle, dass er dieser Aufforderung nicht nachkommt, droht ihm die Aberkennung seiner Untertanenrechte und der Verlust seines Vermögens.
    (Verordnungsblatt Herzogthum Nassau / 16.12.1813)
     
Der geschlagene Napoleon Bonaparte beim Rückzug aus Rußland
Der geschlagene Napoleon Bonaparte beim Rückzug aus Rußland

           Kaiser Wilhelm I.                    Das Strinzer Pfarrhaus

  • Während des Befreiungskrieges gegen das napoleonische Frankreich stehen die Füsiliere des 1. ostpreussischen Infanterieregiments, die zur Streitmacht von Blücher gehören, am 13. November in Strinz-Margarethä. Das Dorf ist in einer Nacht so stark besetzt, dass in den einzelnen Häusern 40 Mann und darüber Quartier nehmen.
    Der Prinz Wilhelm von Preußen (der spätere Kaiser Wilhelm der I.) hält Nachtlager im Pfarrhaus.
    Die Truppen kochen sich meist selbst, furagieren in den Scheunen und ziehen mehreren Leuten die brauchbaren Schuhe aus. Am 14. ziehen sie weiter.
    (Geschichte des koeniglich preussischen ersten Infanterie-Regiments / 1855)
  • Am 30. November befindet sich das königliche preussische Garde-Husaren-Regiment in StM.
    (Das königlich preussiches Garde-Husaren-Regiment und sein Abstammung 1811 -1869)

                                                          Soldaten des Garde-Husaren-Regiments

1814

Pfarrer: Ludwig Imanuel Snell / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Absetzung des Ludwig Imanuel Snelll als Pfarrer in StM aufgrund seiner Trinksucht. Zuvor wurde der Sonntagsgottesdienst bereits Vertretungsweise von Konrektor Philippi aus Idstein gehalten.
  • die Haltung und die Gewohnheiten von Pfarrer Snell, der als lediger Mann in einem gesetzten Alter nach StM kam waren während seiner Amtszeit keineswegs zuträglich; zuletzt trat in mehrfacher Rücksicht ein übler Zustand ein. Snell, der einer berühmten Familie angehörig und anfangs selbst Schriftsteller war, war der Stelle des Pfarrers nicht gewachsen und war einer der Charaktere wie sie in der damaligen Zeit nicht selten vorkommt (rationalistische Behaglichkeit, Indifferenz und Frivolität, neben der noch fortbestehenden altkirchlichen  Lebensordnung).
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 130)
  • In der Frankfurter Ober-Post-Amtszeitung wird neben weiteren 6 Constributionspflichtigen (Steuerpflichtigen) auch der Strinzer Philipp Peter Enders aufgefordert, sich zur Erfüllung seiner Militärpflichtigkeit binnen 4 Wochen a dato so gewiß im Herzoglich Nassauischen Oberamt Idstein einzufinden, als er im Ausbleibungsfalle nach der Vorschrift der Gesetze behandelt, in Betretungsfalle an das Militär abgegeben und seines Unterthanenrechts und Vermögens verlustig erklärt werden soll.
    (Frankfurter Ober-Post-Amtszeitung, 1814)

1815

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

Beginn der Strinzer Kirchenchronik durch den neuen Pfarrer Ludwig Schmidtborn. Diese wurde durch den Niederlibbacher Heimatforscher Helmut Kurowski aufgearbeitet und mir freundlicherweise für diese Internetseite zur Verfügung gestellt.

  • Neuer Pfarrer in StM wird Ludwig Schmidtborn
    (Strinzer Chronik)
    Siehe auch unter: Pfarrer Schmidtborn
  • Im April findet die letzte Einquartierung des Befreiungskrieges statt. In Strinz liegen Soldaten des damals neu errichteten kurhessischen Kontingents.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 126)
  • Feier anläßlich des Sieges bei Waterloo.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 130)

Aus der Kirchenchronik

Meine erste Hierherkunft u. Einsicht von der Stelle, Montags d. 8. May 1815. Mein Überzug von Retterd hierher d. 25. May. Meine Antrittspredigt d. 28. May über das Evang. am 1. Sonntage n. Trinitatis. Ich stellte mich der hier versammelten Gemeinde Selber vor. Manche Reparaturen an den Pfarrgebäuden. Übernahme der seit dem 30. Januar 1810 verpachtet gewesenen und theilweise ausser baulichen Stand gekommenen Pfarrguts. Schwierigkeit der Verwaltung des Guts wegen dessen geringer Qualität u. Unzulänglichkeit der Wiesen, welche ich zuvörderst nicht ahnete. Feier wegen des Sieges bei Waterloo. Beginn der Organisation der öffentlichen Verwaltung u. s. w.. Kühler Sommer. Mitteljahr rücksichtlich des Ernteertrags.

1816

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ab jetzt:

- Verwaltungsbezirk Herzogtum Nassau, Amt Wehen -

(Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011)

Ereignisse

  • Die Feuereimer der Gemeinde werden durch Zukauf aus dem Zuchthaus Diez kompletiert.
    (Chronik der Strinzer Feuerwehr / 2009)
  • Nach den Befreiungskriegen war ist immer noch ein starker Selbstschutz notwendig. Die Gemeinde bestellt beim Schlossermeister Klein aus Idstein drei neue Spieße, auf die der Dorfname eingeschlagen werden muss.
    Es ist daraus zu ersehen, dass das Dorf durch drei Spießträger geschützt wird. Den Tagwächter, den Nachtwächter und den Flurschütz.

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter. Rückkehr der Truppen aus den Feldzügen von 1815. Beginn der Friedensjahre. Gedächtnißpredigten auf die verewigten Herzoge. Aufhebung der Fornicationsstrafen u. Verbot der öffentlichen Leichenbegängnisse. Spätere Modification u. Zugeständnisse in Ansehung der Letzteren. Unaufhörlicher Regen im May und nach Johanni. Mißraten der Winterfrucht in Folge der naßkalten Witterung im Juni u. July. Späte Erndte; Reife gegen d.10. August. Versetzung des bisherigen Ephorus, Inspectors Lender, als Pfarrer nach Igstadt. An dessen Stelle: Fr. Jac. Koch (bisher Pfarrer zu Friedberg in der Wetterau, geb. 1769 zu Kettenbach, gestorben 1829). Rauhe Witterung im Spätherbst. Steigen der Fruchtpreiße.

1817

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Ereignisse

  • Pfarrer Schmidtborn zeigt 7 Burschen an, weil sie die Katechismuslehre geschwänzt hatten. Es waren: Joh. Phil. Faust, Joh. Georg Ziß, Joh. Philipp Wahl, Joh. Adam Enders, Joh. Christian Walter und Joh. Georg Ott. Die jungen Sünder weigern sich zunächst, die auferlegte Polizeistrafe zu bezahlen, aber als die Auspfändung droht, kann Enders dem Justizrat Forst in Wehen berichten, dass sie die ihnen angesetzte Strafe bezahlen wollen, welches, wie der Kirchen Senior Kandler sagt, auch geschehen ist.
    (Strinzer Chronik, Teil 1)
  • Ab dem Jahr 1817 ist Johannes Emil Enders als Schultheiß (Bürgermeister) bekannt.
    Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 122)
  • Schultheiß Enders handhabt pflichtgemäß die Ortspolizei. Zwar erbrachte das Jahr 1817 keine Polizeistrafen, aber es flossen in die Gemeindekasse: Feldstrafen 25 fl, Waldfrevelstrafen 36 Gulden, 12 Kreuzer, Wald-Schadensersatz 18 gulden 58 Kreuzer.

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter, wohlthätig bei der herrschenden Theuerung. Lebhafter Verkehr; bedeutender Geldumlauf, noch eine Folge der Kriegszeit. Ziemlicher Ertrag der hiesigen Pfarrei in diesem Jahrgang. Die neue Schulordnung. Zweckmäßige Bestimmungen in Betreff des Schulbesuches, dessen Beaufsichtigung sonst nicht ohne Schwierigkeit war. Der erste Schulinspector: Joh. Philipp Gruth, Pfarrer zu Bechtheim. Predigerconferenz am 1. Oct. auf der Hünerkirche wegen der Feier des Reformationsfestes; zahlreiche Versammlungen (die Inspection Idstein umfaßt momentan zugleich die ehemaligen Ämter Kirberg u. Katzenelnbogen). Feier des Reformationsfestes am 31. Oct.. Einführung des neuen (reformirten) Ritus beim h. Abendmahl. Passives Verhalten der Gemeinden. Der seit den 1790er Jahren eingeführte Katechismus, das Spruchbuch. Dürftigkeit seines Inhaltes. Die neuen Kirchenbücher. Einführung der Civilstandsregister.

1818

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer

Statistik

42 Haushaltungsvorstände

(Strinzer Chronik, Band I, Seite 64)

Ereignisse

  • Im März werden 4 Männer und 5 Frauen wegen Holzfrevels bestraft.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 62)
  • In StM gibt es 42 Haushaltsvorstände, die sich als Schweinebesitzer am Lohn des Schweinehirten zu beteiligen haben, unter ihnen der Pfarrer Schmidtborn und Schulleher Sauer.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 64)
  • Die staatliche Getränkesteuer wird von dem Wirt Phil. Adam Friedrich um 15 Gulden für das Ganze Jahr gepachtet. Es gibt demnach nur eine Gastwirtschaft im Ort.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 64)
  • Bei einer Sammlung freiwilliger Gaben für Brandbeschädigte in Michelbach beteiligen sich die Strinzer mit Korn, Hafer, Heu und Pfähle.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 64)

Aus der Kirchenchronik

Im Ganzen gelinder Winter. Edict vom 8. April 1818, die Kirchenverfassung betreffend. Verbot der Pfarrökonomie. Auflösung der bisherigen Inspectionen; Einrichtungen der Decanate, die den Ämtern conformirt werden. Hiesiger Decan: Joh. Philipp Genth (geb. um 1783 zu Wallrabenstein). Die eigentliche Bedeutung des Edicts, von den Massen unverstanden. Starke Fluth zu Ende May; darauf Trockniß im Juni. Warme Witterung während des Sommers. Gute Erndte, dagegen geringe Erndte auf dem Pfarrgut, theils Nachwirkung der Pachtzeit, theils Folgen zu ausgedehnter Benutzung (Bestellung) der Brache. Merkliches Sinken der Frucht- u. Viehpreiße, letztere besonders in Folge des preußischen Mauthsystems. Vollständige Waldmast.

1819

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Philipp Ferdinand Sauer ; Johann Gottfried Georg

Bekannte Namensform

Strinz Margaretha

Karte 1819
Karte 1819

Ereignisse

  • Beginn der Schulchronik (leider verschollen)
    (Strinzer Chronik)
  • Nach 30jähriger Lehrertätigkeit geht am 01. Oktober der Lehrer Philipp Ferdinand Sauer in Ruhestand. Als Rentenzahlung bekommt er nicht, die vorgesehenen 13 Malter Korn und 6 Klafter Buchenscheitholz, sondern die Gemeinde zahlt ihm den entspechenden Geldbetrag, was sie schon im nächsten Jahr bereuen wird (siehe 1820).
  • Nachfolger wird Gottfried Georg, gebürtig zu Reitzenhain.
    (Sulzbacher Geschichte(n), Teil 1, Seite 82)
  • Im Gemeindewalde werden am Dienstag den 16. Februar, vormittags 18 3/4 Klafter Buchenscheid, 10 Klafter Buchenbrügel, 1 Klafter Eichenlagerholz, dann 10 Stück Achsen, 1 Klafter Felgenholz und 500 Stück Buchenwellen versteigert.
    (Herzoglich-Nassauisches Inteligenzblatt / 1819)
  • Bestellung eines Hirten für das Zugvieh, dass durchgehend aus Ochsen besteht.
    (Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 127)
  • Am 18. August wird das Bächelein welches bei dem Georgenthaler Hof seinen Anfang nimmt und sich bei Strinz Margaretha endet auf Lebzeit oder Wohnorts-Veränderung meistbietend versteigert.
    (Herzoglich nassauisches Intelligenzblatt, Seite 442, 1819)
  • Am 6. Dezember werden im Gemeindewald 30 starke Eichenbaustämme, 3/4 Klafter Buchenscheid, und 1/4 Klafter Eichenholz versteigert.
    (Herzoglich nassauisches Intelligenzblatt, Seite 359, 1819)

Aus der Kirchenchronik

Außergewöhnlich gelinde Witterung während des Winters. Aufstellung der Pfarrinventarien. Verschiedene Ansichten bei der Aufstellung. In dem hiesigen Inventar ward der Ertrag des Pfarrguts zu hoch, derjenige der Accidenzien um Etwas zu niedrig veranschlagt. Pensionirung des Schullehrers Sauer, der seit 1789 hier stand. Die Schulstelle ward durch den Schulvicar Georg besetzt. Ziemlich späte Grasung in Folge der Mayfröste. Heißer Sommer. Versuchte Einführung der Oberländer Rindviehrasse u. der spanischen Schafrasse. Beide erwiesen sich hierorts nicht zweckmäßig. Predigerkonferenz des hiesigen Decanats auf der Hünerkirche.

1820

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Johann Gottfried Georg

Statistik

Größe des Schulgutes: 5 Morgen Land (es ist zehntfrei)

Bekannte Ortsnamensform

Strinz Margarethe

Karte 1820
Karte 1820

Ereignisse

Den Gemeindevätern wird nach 1 Jahr Pensionszahlungen an den ehemaligen Lehrer Ferdinand Sauer bewußt, dass sie mit der Zahlung des Geldbetrages statt Holzlieferung einen erheblichen Verlust haben. Aber eine Eingabe an die Hohe Landesregierung dies wieder rückgängig zu machen, wird von dieser abgelehnt und die Gemeinde muss entsprechend ihrem früheren Wunsch (siehe 1819) die Pension abliefern.

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 112)

Aus der Kirchenchronik

Der erste strenge Winter seit 1813 u. 14. Heftige Kälte im Januar. Kühler Sommer. Erster Plan zur Erbauung einer neuen Kirche. Besetzung der Schulstelle zu Niederlibbach durch den Schulcandidat Staadt nach Abgang des Schullehrers Reinhard. Anschaffung der alten Orgel zu Strinz Trinitatis in die Libbacher Kirche. Kirchenvisitation Sonntags d. 16. July, die erste hierorts seit der neuen Organisation (Predigttext: Joh.8, 38, 32). Ziemlicher Ertrag der Erndten. Predigerconferenz im October, im Pfarrhaus zu Strinz Trinitatis.

1821

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Johann Gottfried Georg

Statistik

Einwohner: 277

(Landesgeschichtliches Infosystem Hessen / 2011)

Ereignisse

Aus der Kirchenchronik

Gelinder Winter; einiger Frost mit Schnee in der Mitte des Februar. Zeitiger Eintritt des Frühlings. Regelmäßige Witterung. Geringer Ertrag meiner Besoldung bei den gesunkenen Preißen der Naturalien. Stille im öffentlichen Verkehr u. Leben. Predigerconferenz im Pfarrhaus zu Bechtheim, im September. Der zur Abschaffung der Pfarrökonomien gesetzte Termin, Ende 1821, geht unbeachtet vorüber.

1822

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

  • Es besteht eine Spritzengemeinschaft mit Breithardt, Steckenroth, Watzhahn und Adolphseck. Standort der Spritze dürfte Breithardt gewesen sein. Bis zum Kauf einer eigenen Spritze im Jahre 1859 werden an Breithardt für die gemeinsame Spritze Beiträge gezahlt. Diese beliefen sich zwischen 3 bis 7 Gulden.
    (Chronik der Freiwilligen Feuerwehr / 2009)

Aus der Kirchenchronik

Heftige Kälte im Januar; darauf sehr milde Witterung. Sehr heißer und trockener Sommer. Frühe Erndte; reifes Korn d.7. July. Erhöhter Erndtepreiß in Folge des spärlicheren Ertrages. Predigerconferenz im Pfarrhaus zu Breithardt.

1823

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

Aus der Kirchenchronik

Später Frühling; wenig Graswuchs vor Juni. Darauf sehr günstige Witterung. Reicher Ertrag der Erndten. Tiefstes Sinken der Naturalienpreiße. Waldmast, die letzte bis jetzt, 1847. Abgang der alten Eichen- und Buchenwaldung. Predigerconferenz im Pfarrhaus zu Michelbach.

1824

Pfarrer: Ludwig Schmidtborn / Schultheiß: Johannes Enders / Lehrer: Johann Gottfried Georg

Ereignisse

  • Schließung der alten Kirche, die keinen Turm besaß und deren Chor nach Osten zeigte, wegen Baufälligkeit. Die Strinzer müssen nun 10 Jahre lang den Gottesdienst in Niederlibbach besuchen.
    (Schulchronik)

Siehe auch unter Kirchenneubau

  • Catharine Elisabeth Enders, geb. Paul von Ketternschwalbach, herzogliches Amt Wehen klagt vor dem herzogl. nass. Appelationsgericht, gegen Ihren Ehemann Tobias Enders aus StM, herzogliches Amt Wehen, welcher zum letzten Mal als östereichischer Soldat aus Carlstadt, ungefähr im Jahre 1804 Nachricht von sich gegeben hat, auf Scheidung wegen böslicher Verlassung.
    (Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen / 2663 / 1824)

Aus der Kirchenchronik

Kühles und feuchtes Jahr. Schließung der hiesigen Kirche wegen Baufälligkeit im July. Heftige Opposition von Seiten Vieler in hiesiger Gemeinde wegen des langen Pfades in der Mühlwiese, den ich als mißbräuchlichen abstellen wollte. Die L.Regierung entschied zu Gunsten der Opponenten. Von jetzt an bis Ende October 1834 gingen die hiesigen Ortsbewohner zur Taufe nach Niederlibbach.

 

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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