1184 - Erste urkundliche Erwähnung

Abb. der Urkunde
Abb. der Urkunde

Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1184. Papst Lucius III. bestätigt in dieser Urkunde dem Abt. Jofredus von dem Benedektiner-Kloster zu Bleidenstadt unter anderem den Besitz von Strinz-Trinitatis, Strinz-Margarethä und Libbach.

 

Hier ein Auszug aus der Urkunde (deutsche Übersetzung aus dem lateinischen):

 

 

Papst Lucius III. nimmt das Kloster St. Ferrutius in Bleidenstadt in den apostolischen Schutz und gewährt genannte Rechte ...

 

... ferner setzen wir fest, dass alle Besitzungen jeglicher Art und alle Güter, die das Kloster gegenwärtig rechtmäßig und nach kanonischem Recht besitzt oder künftig durch Zugeständnisse der Päpste, durch Schenkungen der Könige und Fürsten, durch Stiftungen der Gläubigen oder auf andere rechtmäßige Weise für Gott erwerben könnte, euch und euren Nachfolgern fest und ohne Beeinträchtigung gehören sollen. Unter diesen Eigengütern nennen wir namentlich: den Ort selbst, an dem das Kloster gelegen ist, mit all seinem Zubehör ferner ... Strentzge (StM), das größere und das kleine … 

 

Papst Lucius (Wikipedia)
Papst Lucius (Wikipedia)

Etwas ungewöhnlich scheint, dass das Kloster die päpstliche Kanzlei bemühte, seinen Besitz zu bestätigen. Wir kennen den Anlass nicht. Man könnte vermuten. Man könnte vermuten, dass es geschah, um den Ansprüchen weltlicher "Großer" zu begegnen.

 

Die Grafen zu Nassau waren die Klostervögte. Jedes Kloster hatte einen weltlichen Großen als Vogt, da ein geistliches Gericht keine Bluturteile (Todesurteile) fällen durfte. Auch für militärische Zwecke war der Vogt zuständig. Meist nahmen die Großen einen mächtigen als Vogt, um auch wirkliche geschützt zu sein. 

Die Vögte bekamen für ihr Amt Einkünfte aus Klosterbesitz oder auch Land geliehen. Bald hatten die Klöster sehr zu leiden unter den Ansprüchen der Vögte. Es gab immer Streitigkeiten. So ist sicher auch die Urkunde von 1184 als Abwehrwaffe gegen die Klostervögte zu verstehen. Denn die Absicht der Nassauer Grafen ging dahin, sich immer mehr Einkünfte und Land zu verschaffen, um so das Gebiet der Vogtei ganz zu ihrem Hausbesitz zählen und in ihm ihre Landeshoheit ausbilden zu können.

 

Die Urkunde aus dem Jahre 1184, in der StM erstmalig genannt wird, zeigt, dass das Kloster Bleidenstadt, das um 780 gegründet worden war, der Grundherr des Strinzer Grundes war, der wohl früher fränkisches Königsgut war, dann aber wie viel Reichs- und Krongut, das damals noch nicht unterschieden wurde, durch Schenkung in kirchlichen Besitz überging. Auf Königsgut kann die noch heute in Oberlibbach existierende Flurbezeichnung "Königshof" hindeuten.

 

Ein dem König gehörender Hof verwaltet einen Teil des  Königsgutes selbst, das andere Land war ausgegeben an Hintersassen in freien Höfen oder zinspflichtigen Höfen, sogenannte Zinser; die Hintersassen konnten persönlich frei sein.

 

(Evangelischer Heimatbote für das Dekanat Bad Schwalbach / Dezember 1954 / Nummer 11 / Horst Neumann, stud. theol.)

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Die Strinzer Fahne
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