Schultheiß "Claß Knippon"

 

Gott zum Gruße edles Volk,

 

mein Name ist Claß Knippon. Ich bin der am ältesten bekannte Schultheiß von Strinz-Margarethä. Ein Schultheiß hatte zu meiner Zeit die gleichen Aufgaben wie ein Bürgermeister. Nachweißlich kümmerte ich mich von 1442 - 1464 um das Wohl der Strinzer Landbevölkerung, ca. 100 an der Zahl. 

 

Bekannt wurde ich dadurch, dass im Jahre  1446 der Amtmann des Grafen Nassau-Idstein ein Weisthum über die Rechte seines Herrn in unserem Kirchspiel von Strinz-Margarethä, Ober- und Niederlibbach erfragt. Es ging darum, wer denn der Herr über Strinz sei. Das Kloster Bleidenstadt oder die Herrschaft in Idstein.

 

Folgende meiner Worte sind überliefert:

 

Vnser altern hant isz vff vns bracht, so han wir isz auch also biszher gehalten vnd wiszen auch nit anders, dan dasz vnszer gn. junher Johann graue zu Nassawe, herre zu Idtstein, desz vater, vnser here seliger, vnd sin altern vff in bracht vnd geerbet han, eine here sij zu Strincze, Liedebach vnd Liedebach, vnd wasz in das Kirspel gehoret, vnd habe macht zu gebieden, zu seczen und zu entseczen, vnd desz gerichts ein here, das zu hoen vnd niddern, zu lengen vnd korczen, vnd ein herre vber wasszer, weyde, welde, felde, vnd ober alles, das in das kirspel gehorig ist, nicht vszgescheiden, vnd wuszten sy auch nymandts anders, der einiche gebot, verbot ader herlichkeit in dem egen. kirspel habe in eniche wise, dan der obgen., vnser gn. jungher Hohan vnd syn erben, vnd das vff die eyde, wir alle vnd unszer iglicher sinem heren gethan hait, vnd solten wir icht moen im recht ... zut thun, wolten wir auch thun.


Erstmalig die heilige Margaretha im Ortsnamen


Mein Name ist nicht zu 100 % überliefert. So findet man mich als Knippe, Knipp oder auch Knyp in den Analen wieder. Das letzte Mal wo mein Name auftauchte ist in einem Reichssteuerregister der Herrschaft Idstein von 1499, wo ich als Claß Knippon Niederschlag finde.

Teilweise trug auch der Ort selbst meinen Namen. Zu Zeiten, als Strinz noch nicht den Beinamen Margarethä trug, wurde zur Unterscheidung der beiden Strinze mein Namen zugefügt, so sprach man zeitweise von Knyppe Strintzige, in Knippen Strincze, in Strincz Knyp oder Strincz da Knipp.

Noch während meine Amtszeit tauch erstmals die Heilige Margaretha im Ortsnamen als  "Senten Margrethin Strincze" auf und zwar in der Niederschrift des Weißthum, von dem ich bereits berichtete.


Leistung Befehlender


Schultheiß bedeutet ‚Leistung Befehlender‘ und bezeichnete in vielen westgermanischen Rechtsordnungen einen  Beamten, der Schuld heischt: Ich hatte also im Auftrag meines Herren in Idstein die Strinzer zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten, also Abgaben einzuziehen oder für das Beachten anderer Verpflichtungen Sorge zu tragen.

Außerdem war ich auch Richter der niederen Gerichtsbarkeit. D.h. ich  befasste mich in der Regel mit geringeren Delikten des Alltags, die mit Gelbußen oder leichteren Leibstrafen sühnbar waren. Dazu gehörten der Pranger, das Tragen des Lästersteins sowie der  Schandpfahl.

 

Auch eine Aufgabe eines Schulheißes. Bestrafung kleiner Sünden am Pranger.
Auch eine Aufgabe eines Schulheißes. Bestrafung kleiner Sünden am Pranger.

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Die Strinzer Fahne
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