Das Leid des Pfarrer Neumann

Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhundert war Pfarrer Johannes Neumann für die Seelsorge in StM zuständig.

Dieser Pfarrer hatte sehr viele persönliche Schicksalsschläge zu ertragen, von denen ich nachfolgend berichte.

Die alte Kirche in der die Ehefrau von Pfarrer Neumann begraben wurde.
Die alte Kirche in der die Ehefrau von Pfarrer Neumann begraben wurde.

 

 

Tod der Ehefrau

 

Im Jahre 1696 stirbt die Ehefrau von Pfarrer Neumann, Anna Elisabetha, geb. Hießin, Tochter eines Schultheißen (Bürgermeisters). Sie wird im Kirchenchor der damaligen Strinzer Kirche begraben.

Foto: Schwarzer
Foto: Schwarzer

 

Tod eines Sohnes in 1699

 

Ein Sohn des Pfarrers, Johann Andreas (Schulmeister und Organist in Breithardt), verstarb im Jahre 1699 mit 20 Jahren, kurz vor seiner geplanten Hochzeit. Zum Gedenken an seinen Sohn lies Pfarrer Neumann die neben abgebildete Gedenktafel erstellen, die noch heute in der Kirche zu Breithardt hängt.

Ermordung des jüngsten Sohnes 1704

 

Der jüngste Sohn von Pfarrer Neumann, Johann Philipp, studierte in Wittenberg Rechtswissenschaften. Am 23. April 1704 zur Abendzeit wird dieser von 6 - 8 Besoffenen, teils von Hamburger teils von Holsteinischen Studenten attakiert. Ein Messerstich eines Wittenbergers verletzt ihn so sehr, dass er nach 4 Tagen an den Verletzungen stirbt. Die Aufzeichnungen in den Kirchenunterlagen enden mit den Worten:

 

 

GOTT vezeihe den Mördern und verleihe diesem,

meinem lieben filio (Sohn) eine fröhliche Auferstehung.

 

 

Tod des ältesten Sohnes in 1704

 

Sein älterer Sohn, Johann Peter, hatte seinen Bruder in Wittenberg besucht und wohlbehalten zurückgelassen. Als er die Post von der Ermordung seines Bruders erhielt, verfällt dieser in Melancholie. Er, der bis dahin frisch und schön geraten, nahm immer mehr ab, bekam Fleckfieber und verstarb schließlich bei seinem alten Vater. Er wurde 22 Jahre alt.
Bei der Leichenpredigt wählt Pfarrer Stein folgende Worte:

"Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein, welches auch nicht besser wäre."

 

Pfarrer Neumann selbst verstarb im Jahre 1712 im Alter von 76 Jahren.

(Strinzer Chronik, Band 1, Seite 52 / Kirche Breithardt)

 

Aus der Strinzer Chronik geht hervor, dass der Pfarrer auch noch Töchter mit namens Anna Catharina und Anna Elisabetha hatte.

(Strinzer Chronik, Teil 1, Seite 111)

 

Im Jahre 1831 wird die alte Strinzer Kirche, die bereits seit 10 Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen war, abgerissen.

 

Dabei wird das Grab im Kirchenchor, in dem die Ehefrau von Pfarrer Neumann beerdigt wurde, geöffnet. Bei der Öffnung stellt man fest, dass auch der Pfarrer Neumann im Jahre 1712 in diesem Grab beigesetzt wurde. Außerdem noch andere Personen, die dort mit wollenen Kleidern begraben waren.

Der damalige Pfarrer Schmidtborn berichtet, dass die Kopfbedeckung und das blonde Haar der Pfarrersfrau noch vollkommen kenntlich waren.

 

Der alte Grabstein wurde in der heutigen Kirche im Chor, an dem Familienstuhl des Pfarrers, aufgestellt und eingemauert.

(Strinzer Chronik, Band 1, Seite 73)

 

Grabstein von Anna Elisabetha Neumann von 1696
Grabstein von Anna Elisabetha Neumann von 1696

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Die Strinzer Fahne
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