Graf Ludwig zu Nassau räumt auf!

Aus dem Jahre 1609 finden sich in der Borner Kirchenordnung Anweisungen des Grafen Ludwig zu Nassau, die auch für StM galten.

Der Graf fordert darin:

 

... Abschaffung allerhand Aberglaubens, Rotten und ärgerlichen Lebens, auf Befürderung christlicher Zucht und Erbarkeit und Erhaltung guter polizeydienlichen Stücken als mit Kristallsehern, Zauberern, Widertäufern, Kirmessen, Sonntagstänzen, Gotteslästern und Vollsäufern und mit straft der Unzucht und Ehebruchs.

 

An Leib und Leben soll bestraft werden, wer zu einem Wahrsager oder Kristallenseher läuft; 12 Meilen Weges weit sollen die Wiedertäufer außer Landes verwiesen werden und ihr Gut von den Beamten eingezogen werden.

 

Die Kirmessen sollen abgeschafft werden und jeder Pfarrer, der sie duldet, bestraft werden, weil auf ihnen viel "übermäßiges Fressen, Sauffen, Spielen, Schlägerung und sonst viel  geschieht. Der Pfarrer, der es duldet, soll mit 20 Gulden bestraft und seines Amtes entsetzt werden.

 

Wenn aber Hochzeiten sind, mag man ziemlich tanzen, doch nicht unter der Predigt. Verboten ist das Nackttanzen, das Herumwerfen und alles unzüchtige Wort und Gebarde, und ein Ortsvorsteher soll beim Tanzen sein, daß zu recher Zeit anzufangen und aufgehört werde.

 

Ein Gotteslästerer  und Vollsäufer soll bei Wasser und Brot in den Turm (Hexenturm in Idstein) gesetzt und wenn dies nicht hilft, außer Landes verwiesen werden, nach dem Tode soll er nicht wie anderen in geweihter Erde ruhen.

Auch als Strinzer konnte man es leicht in den Hexenturm "schaffen". Foto: Schwarzer
Auch als Strinzer konnte man es leicht in den Hexenturm "schaffen". Foto: Schwarzer

Wer sich heimlich verlobt und unzüchtig lebt, darf nicht mit dem Kranz zur Kirche gehen.

(Es existieren zwei Erklärungen zum Kranz: Eine nicht mehr jungfräuliche Braut, die Strohjungfer, musste nach altem Brauch bei der Hochzeit einen Strohkranz tragen. Die unbescholtene Braut durfte sich dagegen im Myrtenkranz präsentieren. Die andere Version ist, dass die jungfräuliche Braut einen geschlossenen Kranz trug und die nicht mehr jungfräuliche Braut oder Witwe einen offenen / Quelle: Wikipedia.)

Wer sich nicht bessert, kommt in den Turm, an den Pranger oder kann aus dem Land oder Amt verwiesen werden.

Ein Ehebrecher oder eine Ehebrecherin sollen gefoltert und nach Überführung mit dem Schwert hingerichtet werden.

Die Grade der Blutsverwandschaft, die zur Eheschließung hinderlich sind, sollen genau beobachtet werden.

 

Weihnachten, Ostern und Pfingsten werden an je drei Tagen gefeiert. Länger als eine halbe Stunde soll nicht gepredigt werden, damit das Volk nicht aufgehalten und kein Überdruß verursacht würde."

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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