Hagelunwetter 1886

"Von einem schrecklichen Hagelunwetter im Jahre 1886 berichten die Schulchroniken von StM und Niederlibbach."

Das Jahr 1886 war für die hiesige Gegend und besonders für diesen Ort ein sehr verhängnisvolles. Am 22. Juli gegen Abend zog ein schweres Gewitter mit furchtbarem Hagelwetter über unsere Fluren und vernichtete in wenigen Minuten unsere ganze Ernte; auch nicht ein Teil der Gemarkung blieb verschont. Der Schaden, der an Feldfrüchten, Bäumen und Gebäuden verursacht wurde, ist unberechenbar. Obgleich von mancher Seite Hülf geleistet wurde, so ist diese doch sehr gering im Vergleich zu den ungeheuren Schäden und wird derselbe noch nach mehreren Jahren schmerzhaft empfunden werden.

 

Die Hagelkörner und Eisstücke in allen Formen und Gestalten fielen vom Sturm gepeitscht bis zur Dicke von Taubeneiern und 40 - 50 Gramm schwer in solchen Massen, das man des anderen Morgens noch ganze Ladungen hätte wegfahren können. Die zerschlagenen Ziegel konnte man nach vielen Tausenden zählen und auf der Wasserseite blieb keine Fensterscheibe.

Hagel vernichtet fast die gesamte Ernte von StM (Wikipedia / Darkone)
Hagel vernichtet fast die gesamte Ernte von StM (Wikipedia / Darkone)

Doch war dies nur der geringere Schaden. Der Jammer der Landleute war herzzerreißend. Fast alle reifen Körner lagen auf dem Boden, diejenigen des Weizen und Hafers waren noch kaum entwickelt, die Halme wirr und fast alle zerknickt, als ob die Kriegsfurie darin gewütet hätte. Ebenso trostlos sahen die Kartoffeln und Gemüse aus.

Dazu kam noch der sehr ungünstige Umstand, daß wir von dem Tage des Hagelschlags bis in den Spätherbst fast gar keinen Regen mehr hatten.

Dem entsprach auch die traurige Ernte. Das dreschen lohnte sich für die Mühe nicht und manche Leute droschen gar nicht. Der Sähsämen musste deshalb größtenteils von auswärts, von unbeschädigten Gemeinden bezogen werden.

Bei den Körnerfrüchten ist der Verlust auf 80 - 90%, bei den Kartoffeln auf 50% und bei den Wurzelgewächsen, Kürbis, Bohnen auf 75% angegeben. Obst blieb fast nichts, obwohl manche Bäume schön beladen gewesen waren.

 

In StM. waren nur 5 Personen versichert. Angeblich fanden in StM 3 Personen den Tod, was aber nicht bestätigt wurde.

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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