Halsdurchschuß im Deutsch-Französischen Krieg

Am 19. Juli 1870 erklärt Frankreich dem Norddeutschen Bund den Krieg, was zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870–1871 führt. An dem Krieg, der am 10. Mai 1871 mit dem Friedensvertrag von Frankfurt endet, nehmen auch Strinzer Bürger teil.

 

Bisher waren 7 Soldaten aus StM bekannt, die an dem Krieg teilnahmen.

Es sind: August Weidnau (dieser hat als Kavallerist einmal die Seine durchschwommen), Karl Schneider, Karl Rücker, Friedrich Hankammer und die 3 Brüder Heinrich, Adolf und August Christmann. Allerdings ging Heinrich Christmann, der, wie Karl Schneider auch schon 1866 eingezogen war, wohl über die Grenze, nahm aber nicht an Kriegshandlungen teil. Dagegen wurde sein Bruder Adolf bei Wörth verwundet. August Christmann hat nach Ausweis des Militärpasses in einem Dutzend Schlachten (darunter Weißenburg, Wörth, Sedan, Orleans) mitgekämpft.

 

In dem Buch "Geschichte des Fuesilier-Regiments von Gersdorff Nr. 80" wird  von einem weiteren Strinzer Bürger berichtet, der am ersten Gefecht des Kriegs, um Weißenburg, teilnimmt und dort verwundet wird. 

 

Es handelt sich um den Füselier August Schaus. Er gehörte zum 1. Battallion des Füsilier-

Regimentes von Gersdorf Nr. 80.

In den vorgenannten Buch wird die Schlacht seines Regimentes beschrieben, sodass man dadurch einen Eindruck seiner Erlebnisse bekommen kann.

Nachfolgend habe ich die Kämpfe des 1. Batailions, in dem Schaus diente, zusammengefasst.

Die Schlacht bei Weißenburg am 4. August 1870

Die Lage von Weißenburg
Die Lage von Weißenburg

Um 8:45 Uhr biegt die neue Spitze nach Westen ab. Ihm folgt das I. Bataillon unter Oberst von Colomb welches seinen Aufmarsch gegen den Gutleithof vollzieht. Schon längst hat sich der Gefechtslärm bei Weißenburg immer heftiger und lauter vernehmen lassen. Bei Weißenburg muss der Kampf schon sehr heftig sein, zu sehen ist aber nichts. Schon erreichen die ersten, vom französisch besetzten Gutleithof abgeschossenen Granaten sowie Infanterie- und Maschinengewehrfeuer die aufmarschierende Brigade. Als Oberst von Colomb die Fahnen ausrollen lässt, ruft er mit dem Säbel auf den Feind zeigend "Da sind die Franzosen! Nun zeigt, dass Ihr hessische Füsiliere seid!" und vorwärts stürmen die Truppen über die freie Fläche bis zum Bahndamm, der am Gutleithof vorbeiführt.

Die Franzosen erwarten die deutschen Truppen
Die Franzosen erwarten die deutschen Truppen

Jetzt stürzt bald der eine, bald der andere, vom feindlichen Feuer getroffen. Ohne einen Schuß abzugeben erreichen sie den Eisenbahndamm. Mittlerweile ist es 11 Uhr am Vormittag. Die Franzosen ziehen sich vom Gutleithof zurück. Dennoch bleibt die Lage der Bataillone wenig erfreulich, denn nun schießen die Franzosen vom hochgelegenen Gaisberg auf die Truppen. Granaten schlagen rechts und links von ihnen ein. Dann wird weiter vorgerückt und der Gutleithof eingenommen. Die Verluste werden immer größer.

Als die Franzosen das vor den deutschen Truppen liegende Hopfenfeld am Schloß Gaisberg räumen, rückt das 1. Bataillon nach, wird aber durch eigene Artilleriegranaten gehindert in das Schloß einzudringen und müssen sich zurückziehen. Doch die Besatzung des Schlosses ergibt sich schließlich der deutschen Übermacht. 5 Offiziere und 104 Mann werden gefangen genommen.

Gemälde der Schlacht bei Weißenburg
Gemälde der Schlacht bei Weißenburg
Die Franzosen sind chancenlos
Die Franzosen sind chancenlos

Oberst von Colomb sprengt mit seinen noch verbliebenen Soldaten den Franzosen hinterher, die sich im Schafbuschhof verschanzen. Doch auch diesen müssen die Franzosen aufgrund des hohen deutschen Drucks alsbald räumen.

Gegen 3 Uhr Mittags ist dieses erste Gefecht des Deutsch-Französichen Kriegs gewonnen. Die Freude der Truppen über den errungenen Sieg ist gewaltig, jedoch wird die Freude getrübt durch die vielen gefallenen und verwundeten Soldaten.

 

Auch  August Schaus  wird während der Kämpfe verwundet. Er erhielt einen Halsdurchschuß, der in der Statistik des Bataillons als "leichte Verwundung !!!" geführt wird.

 

Insgesamt sterben in seinem Bataillon 19 Soldaten, 4 Offiziere und 68 Soldaten werden verwundet und 4 Soldaten vermißt.

 

Am 08.03.1871 erhält ein Gefreiter Schaus aus der 2. Kompanie des 1. Bataillons das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Ob es sich dabei um den Strinzer August Schaus handelt ist nicht geklärt, aber anzunehmen.

Über die Suchfunktion können Sie direkt nach Jahreszahlen oder Ereignissen suchen.

Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Lernvideo zum Umgang  
    mit dem Virtuellen
      Heimatmuseum.

    Zum Vergrößern auf

       das Video klicken.

Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

StM in Google-Map