"Das Medicinische Jahrbuch für das Herzogthum

Nassau berichtet im Band 21 von Entzündungen

bei Kindern, die bei zwei Kindern zum

Tode führten. Ein Zeichen dafür, dass zu damaliger

Zeit auch Entzündungen zum Tod führen konnten.

Das Antibiotika war noch lange nicht erfunden.

Das Ganze geschah im Jahre 1858.

Kindertod durch Entzündungen

Im September 1858 erkrankten in Strinz in einer Familie 3 Kinder unter anginösen Erscheinungen. Bein einem Kind von 1,5  Jahren zeigte sich gleich der Charakter von Laryngitis crouposa descendens. Die Mandeln, die Gaumenbogen, die Rachenhaut hochgeröthed, geschwollen stark serös getrübt; dazu Laryngeal- und Trachealerscheinungen, die als ich am 3ten Tage hinzukam, so hochgradig waren, dass der Tod am Ende des 4ten Tages eintrat.

Die zwei anderen Kinder genasen, da nur anginöse Erscheinungen mit erythematösem Charakter vorhanden waren.

 

In einer anderen Familie in demselben Orte erkrankten 3 Kinder an Angina, 2 an Angina erythematosa nur leicht. Das älteste Kind ein Knabe von 8 Jahren, hatte dagegen Angina crouposa in hohme Grade. Die Schleimhaut der Mandeln, des Rachens war mit kleineren und größeren, inselartigen, kroupösen Exsudaten von schmutzig gelblich-weißer Farbe besetzt, die abgestoßen und ausgeworfen, sich bald wieder ersetzten; an den durch Abstoßung von dem Exsudate befreiten Stellen zeigte sich die Schleimhaut ulcerirt. Die übrige Schleimhaut sehr geröthet, geschwollen und das Schlingen sehr erschwert. Durch Vermehrung des kroupösen Exsudats und dessen Ausdehnung auf Larynx erfolgte unter den Erscheinungen von Oedema glottidis der Tod. Gurgeln, Bepinselung und Decoct. chinae blieben erfolglos.

 

(Medizinisches Jahrbuch für das Herzogthum Nassau, Band 21, 1858)

 

 

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