Strinzer beteiligt sich am Weilburger Kadettenmord

Im Jahr 1827 stiftet Mathias Trapp, Sergant im 1. Infanterieregiment der Herzoglich Nassauer Armee , mehrere Soldaten - darunter auch der Strinzer Georg Adam Enders -  zum Mord an dem 18 Jahre alten Kadetten  (Offizieranwärter) Adolph Vigelius an. Das Komplott umfasst zuletzt 48 einfache Soldaten und Unteroffiziere, die das Verbrechen am 7. Dezember 1827 außerhalb der Weilburger Kaserne gemeinschaftlich begehen wollen.

 

Trapp lockt seine Kameraden mit der Aussicht auf eine angebliche große Geldsumme, die das Opfer bei sich tragen soll. Die Beute bleibt, nach der Aufteilung unter den zahlreichen Komplizen, indes bescheiden.

 

Trapps wahres Motiv ist denn auch nicht Geldgier, sondern gekränkter Stolz und frustrierter Ehrgeiz. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Sergeant ist erbost darüber, dass ein neuer herzoglicher Erlass ihm und anderen bewährten Unteroffizieren den bisher möglichen Aufstieg zum Offizier verwehrt. Um das Offizierskorps zu professionalisieren und zu modernisieren, soll es sich in Zukunft allein durch die Angehörigen der „gebildeten Stände“ ergänzen. Im Militär Karriere machen können demnach nur noch die Söhne des Adels und des reichen Bürgertums, wie es bereits vor den Napoleonischen Kriegen der Fall war.

Trapp fühlt sich damit als eine Art „Modernisierungsverlierer“, Vigelius hingegen ist ein „Modernisierungsgewinner“ – und für Trapp ein typischer Repräsentant der von ihm gehassten privilegierten Oberschicht. Da sich der Unzufriedene durch Vigelius’ vermeintlich arrogantes Verhalten zusätzlich gedemütigt fühlt, plant er mit dessen Tötung ein Exempel zu statuieren. In dessen Ausführung bleibt Trapp jedoch inkonsequent: Indem er das Verbrechen später als Raubmord tarnt, verliert die Tat ihren vordem gedachten Charakter als politisches Fanal und sinkt zum persönlichen Racheakt herab.

 

Trapp sticht als erster auf den arglosen Vigelius ein. Dem überraschten Opfer bleibt gegen die Überzahl der Angreifer keine Chance zur Gegenwehr. Die grässlich verstümmelte, ausgeplünderte Leiche wird am nächsten Tag gefunden. Die Justiz vermutet zunächst, wie von den Tätern erhofft, einen schlichten Raubmord, mit dem Kadetten als Zufallsopfer.

Bald jedoch fällt der Verdacht auf Trapp und seine Mitverschworenen. Weil ihnen aber nichts zu beweisen und kein Geständnis zu entlocken ist, werden sie im Zuchthaus Diez  inhaftiert und schwer misshandelt. Einige der Untersuchungshäftlinge gehen daran zugrunde oder begehen Selbstmord. Aus einigen wenigen Aussagen können die Ermittler schließlich die Tat rekonstruieren.

 

Quelle: Wikpedia

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Im Jahre 1931 beschweren sich Eltern aus Ketternschwalbach, Hennethal und Strinz-Margarethä bei der Landesständigen Deputiertenversammlung über die Haftbedingungen im Zuchthaus von Diez und darüber, dass die Untersuchungen schon so lange andauern und kein Urteil gefällt wird. Außerdem sei man der festen Überzeugung, dass die Anschuldigungen jeder rechtlichen Grundlage entbehren.

Ihre Söhne müssten die schlimmen Drangsalen der Einkerkerung erdulden. Selbst der Besuch eines Geistlichen würde den Inhaftieren verweigert werden.

 

Mit dem Hinweis der Deputietenverammlung, dass man  der Regierung vertraue, dass sie alles erdenklich Mögliche in der Sache tun würde, ging man, ohne weitere Schritte einzuleiten wieder zur Tagesordnung über.

 

Quelle: Sitzungs-Protocolle der Landesständigen Deputiertenversammlung / 28.03.1831

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Die Urteile des Kriegsgerichts gegen die überlebenden 37 Beteiligten ergehen im Frühjahr 1832, fünf Jahre nach der Tat. Als Rädelsführer werden Trapp und drei weitere, inzwischen degradierte, Unteroffiziere (Heuser, Lemp, Leidung) „durch das Schwert“ enthauptet. Die übrigen Ex-Unteroffiziere und Soldaten erhalten Zuchthausstrafen, zwischen zwei und 15 Jahren.

 

Der Strinzer Enders erhält eine Zuchthausstrafe von 9 Jahren. Auch er muss auf das Opfer eingestochen haben, da alle Beteiligten dazu verdonnert wurden, nach und nach auf das Opfer einzustechen.

Quelle: Wikipedia

Die aktenmäßige Darstellung zum Nachlesen

Unter diesem Link kann man die aktenmäßige Darstellung des gemeinschaftlichen Mordes aus dem Jahre 1827 im Detail nachlesen.

Film "Der Weilburger Kadettenmord"

Der Weilburger Kadettenmord ist ein für das Fernsehen produzierter Autorenfilm von 1977, nach einer Idee von Wolfgang Lohmeyer. Regie führte Eberhard Itzenplitz. Die Erstausstrahlung war am 4. Februar 1977 im ZDF. Der Film basiert auf den oben dargestellten wahren Ereignissen.

Das Diezer Zuchthaus

Seit 1785 bestand in Diez - im Grafenschloss - ein Zuchthaus. In diesem wurde eine Zuchthaus-Marmor-Verarbeitungsstätte eingerichtet. Unter Anleitung und Aufsicht fertigten die Zuchthäusler, auch noch zu der Zeit, in der der Strinzer Bürger einsaß, z.B. die Säulen für den Saal des Gasthauses „Adler" in Wiesbaden.

Dass ein reibungsloser Ablauf anstehender Steinbearbeitungen durch die meist ungelernten Häftlingen nicht immer leicht war, ist verständlich. Diese waren übrigens an einem Fuß mit einer 1.65 Meter langen Kette gefesselt, an der eine 20 Pfund schwere Eisenkugel befestigt war.

 

(villmar.business.t-online.de / Ortsverband Diez)

Das Zuchthaus Diez im Jahre 1837. Im Vordergrund Gefangene, die Mamor bearbeiten.

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Die Strinzer Fahne
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