Maulwurfjagd

Im Maulwurf (Dialekt Molldruff) hatte man seinerzeit einen Schädling gesehen, der das Mähen der Wiesen mit der Sense erschwerte, weil er die Erdhügel die er auswirft oft auch mit kleinen Steinchen durchsetzte.

Maulwurfhügel am Lampertsbach
Maulwurfhügel am Lampertsbach
Die gut gedengelte und gewetzten Sensen der Bauern stumpften dadurch schnell wieder ab. Das war für die Bauern, die mangels einer Mähmaschine noch mit der Sense zur Heuernte gehen mussten ein arges Ärgernis.
Gerade im Mai/Juni war der Maulwurf besonders aktiv und warf hunderte Hügel auf einer Wiese heraus, die man zwar einebnete, aber wenn das Mähen bevorstand war die Wiese oft wieder voller Maulwurfshügel.
Quelle: Wikipedia/Michael Dufek
Quelle: Wikipedia/Michael Dufek
Das war der Grund dafür, dass man ihm nachstellte, um ihn zu fangen und zu vernichten. Viele Bauern konnten das hervorragend mit der Hacke tun, denn der Maulwurf stößt sowohl morgens als auch abends, etwa um 6.oo Uhr die Erde aus seinen Höhlen und Gängen heraus.
Wer diese Zeiten kannte und sich zu diesem Zeitpunkt auf die Lauer legte, konnte so mit der Hacke den Maulwurf heraushauen und töten. Allerdings war die allgemein übliche Methode das Fangen mit der Lege- oder Stellfalle. Dazu hatte man den Hügel zur Seite geschoben und die Höhle/Gang freigelegt, in die man dann die Falle legte oder stellt. Damit der
Maulwurf nichts davon merkte, wurde die Stelle wieder gut mit Erde abgedeckt. Beim nächsten Rundlauf durch sein Höhlensystem schob er das Sicherungsplättchen der Falle zur Seite und sie schnappte zu.
Die Fallensteller waren oft Buben im Alter von 10 – 14 Jahren. Diese haben in den Fangmonaten April bis August täglich die Fallen geleert und die Beute bei einem von der Gemeinde beauftragten Bauern abgeliefert, der die jeweilige Anzahl in eine Liste eintragen musste.
Maulwurffallen (Foto: Schwarzer)
Maulwurffallen (Foto: Schwarzer)
Der Lohn für das Fangen eines Maulwurfs lag 1937 bei 20 Pfennigen, in den Jahren nach 1948 waren das 50 Pfennige. Die Auszahlung durch die Gemeinde erfolgte meistens kurz vor der Kerb, damit hatten die Buben “Kerbegeld”. Es wurde jedoch nicht alles “auf der Kerb” ausgegeben, denn dafür war es zu mühsam erworben.
Es war damals die Aufgabe der Gemeinde Feld, Wald und Flur in Ordnung und funktionsfähig zu erhalten, dazu gehörte das ordentliche Unterhalten der Feld- und Waldwege, der Grenzmarkierungen, der Bachläufe, der Entwässerungsgräben der Wiesen, die Einstellung eines “Feldschütz” und vieles mehr, so auch die Bekämpfung der Maulwurfsplage.
Heute existiert noch eine Maulwurf-Fangliste aus dem Jahre 1937. Diese belegt, dass in diesem Jahr 1.402 Maulwürfe hier in StM gefangen wurden. Rekordhalter war die Familie Egert mit 206 gefangenen Maulwürfen was zu einer Fangprämie von 41 RM und 20 Pfennig führte.
Hier könnt Ihr die original Liste von 1937 einsehen.

Überliefert durch Helmut Hartwig.

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

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