Scheunenbrand

Eine menschliche Tragödie

Am 07. November 1959 brannte die mit Heu und Stroh gefüllte  Scheune, sowie ein Teil des Wirtschaftsgebäudes des Bauernhofes von Wilhelm August Petri nieder. Ein Geschehen, das zugleich ein bedauenswerter Fall menschlicher Tragik ist. Schreck und Grauen noch in den Augen sagte darüber Bauer Petri einem Reporter des Wiesbadener Kuriers: seine 54jährige Ehefrau, seit längerer Zeit an einer Gemütskrankheit leidend, fehlte, als sich die Familie zum Abendessen setzte. Als sie auch in Ihrem Zimmer nicht zu finden war, schwante dem Mann schlimmes. Mehrmals an diesem Tage hatte die kranke Frau davon gesprochen, dass sie wohl den Abend nicht mehr erleben werde. Petri hastete hinaus auf den Hof, riß die Scheunentür auf. Ein furchtbarer Anblick: Seine Frau eine lebende Fackel. Er riß sie heraus, Nachbarn stürzten herbei, löschten die brennenden Kleider.

Das licht erlosch im dorf

Der Bauer selbst versuchte, in der Scheune das drohende Unheil noch zu verhüten, trampelte ein loderndes Strohbündel aus - ab da züngelte das Feuer bereits oben auf der Tenne, fand reichlich Nahrung und dann stand auch schon der Scheunendachstuhl in hellen Flammen. Menschen liefen zusammen, die freiwillige Feuerwehr wurde alarmiert, das Licht erlosch im ganzen Dorf - Kurzschluss in der Leitung des Dachträgers. Das Vieh in den Ställen! Beherzte Männer und Frauen holten es heraus.

Mehrere Wehren im einsatz

Keuchend legten die Feuerwehrmänner die Schläuche -  aber da fehlte es an Wasserdruck im Ortsnetz. Schnelle eine Bachstauung - endlich zischte es aus den Strahlrohren in die hochlodernde Glut. Die Funken gefährdeten das Wohnhaus - ausräumen, schnell! Männer, Frauen schleppten Hausrat, Möbel, Betten heraus.
Als erste Nachbarwehr traf die aus Niederlibbach ein, die Wiesbadener Berufsfeuerwehr kam mit einem Löschzug, ebenso die Motorlöschautos von Bad Schwalbach und Idstein, die Wehren aus Hambach, Steckenroth, Hennethal, Breithardt, die Werkswehr der Michelbacher Hütte mit Bezirksbrandmeister Schramm, der dann das Kommanda übernahm.

Schlepper beleuchten den Unglücksort

Scheinwerfer der Löschautos auch die Lampen von Schleppern, halfen den Wehren bei Ihrer Arbeit. Nach einer Stunde war das Feuer lokalisiert, das Wohnhaus gerettet. Riesige Qualmwolken aber und immer wieder aufflackernde Flammen machten immer noch Arbeit. Die Scheunenmauern wurden niedergelegt, um besser an die glühenden Strohmassen heranzukommen. Die schon heiß gewordenen Heuvorräte auf den Speicherräumen über den Ställen mußten herausgeschafft und weggefahren werden. Dank der tüchtigen Wehren, zu denen immer wieder welche aus den Nachbarorten hinzukamen - es mögen schließlich 15 Feuerwehren gewesen sein - konnte das Feuer in der engen Ortsstraße  nicht noch auf andere Häuser und Gehöfte übergreifen. Der Schaden wurde auf 25.000,- DM geschätzt.

Bäuerin erliegt ihren Verletzungen

Die kranke Bäuerin war mit schweren Brandverletzungen, nach erster ärztlicher Hilfeleistung, ins Städtische Krankenhaus nach Wiesbaden gefahren worden.

Leider erlag sie wenig später ihren schweren Verbrennungen.

Quelle: Wiesbadener Kurier/ 9.9.1959

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