Schulneubau

Am 27. Mai 1951 wurde die neue Schule in StM feierlich eingeweiht.

 

Abschied von der alten Schule

Dies war Anlass genug, dass die ganze Bevölkerung des Ortes auf den Beinen war, aber auch viele Gäste aus den Nachbarorten nahmen an diesem feierlichen Akt teil.

Zunächst nahmen die Einwohner von der alten Schule, wo die meisten von ihnen die Schulbank gedrückt haben, Abschied. In feierlichem Zug begaben sich die zahlreichen Anwesenden, an der Spitze der Spielmannszug des Turnvereins, zur neuen Schule. Als Einleitung der offiziellen Feier sangen alle gemeinsam das Heimatlied "Strinz-Margarethä".

 

Viele Gäste vor Ort

Bürgermeister Guckes konnte als Gäste Landrad Dr. Vitense, Schulrat Conrad, Kreisbaumeister Linker, Forstmeister Bungeroth und die Geistlichen beider Konfessionen, Pfarrer Röhrich und Heften begrüßen. In seiner Ansprache betonte er, dass diesem Tag einen besondere Bedeutung zukomme; der nicht in jedem Jahrhundert werde in einem kleinen Ort eine neue Schule errichtet. Die Zeitumstände haben aber zu diesem Schritt veranlasst, nachdem durch die Nachkriegsfolgen etwa 200 Heimatvertriebene in das Dorf eingewiesen wurden. Für die 92 Schulkinder war die alte Schule zu klein.

 

Schulneubau trotz Skepsis einiger Dorfbewohner

Die Gemeindevertretung fasste also den Entschluss, eine neue Schule zu erbauen, trotz Skepsis, die bei manchen Dorfbewohnern vorhanden war. Diesen Zweiflern konnte der Bürgermeister nun mitteilen, dass der Bau nun restlos finanziert ist. Die Gemeinde habe nicht Mühen und Sorgen gescheut, das Werk zu vollenden, das in der Zukunft ein Zeugnis davon abgeben werde, dass das Dorf trotz aller Schwierigkeiten nichts versäumt habe, seinen Kindern eine schöne Bildungsstätte zu geben. Der Bürgermeister dankte allen, die zum Gelingen des Baues beigetragen haben.

 

Visitenkarte für das Dorf

Landrat Dr. Vitense hob hervor, dass die Gemeinde auf das neue Schulgebäude stolz sein kann, das eine schöne Visitenkarte für die Lebenskraft und Arbeitsfreudigkeit des Dorfes abgibt. Mit diesem schönen Bau hat das Dorf aber große Aufgaben übernommen. Die Gemeinde muss jetzt dafür sorgen, dass die Schule in ihrem Wert erhalten bleibt. Die Schüler müssen sich mit Ihrem Fleiß der neuen Schule würdig erweisen und auch die Lehrerschaft müsse sich dieses Geschenks bewusst sein und ihr bestes zur Ausbildung des Nachwuchses beitragen. In dieser Schule möge eine gesunde und frohe Jugend heranwachsen zu Wohle des Dorfes und des ganzen Volkes.

 

Ansprachen des Schulrates und des Kreisbaumeisters

Schulrat Conrad überbrachte die Grüße der Schulabteilung beim Regierungspräsidenten. Mit besonderer Freude stellte er fest, dass der Schulneubau nach einem freien Entschluss der Gemeindevertretung erfolgt ist. Es sei aber auch der Initiative des Bürgermeisters und der Gemeindevertretung  zu verdanken, dass der Bau schon eingeweiht werden kann.

Kreisbaumeister Linker sprach die Hoffnung aus, dass die Jugend die Leistung und die Opfer der Gemeinde anzuerkennen vermag. Er dankte als Bauleiter allen Handwerkern für ihre unermüdliche  Einsatzbereitschaft. Mit der Überreichung der Schlüssel an den Bürgermeister übergab er das Gebäude seiner Bestimmung.

 

Umfangreiche Feierlichkeiten

Schulleiter Witt dankte im Namen der Lehrerschaft und der Kinder der Gemeinde und dem ganzen Dorf für die neue Schule.

Die Feierstunde wurde würdig umrahmt von Liedervorträgen des örtlichen Gesangsvereines und des Schülerchors, sowie durch Sprechchöre und eine Volkstanzeinlage der Schülerinnengruppe.

 

Schulneubau nach modernen Gesichtspunkten

Strinz-Margarethä kann wirklich auf seine neue Schule  mit Stolz blicken, die nun nach 13monatiger Bauzeit vollendet ist. Nach modernen Gesichtspunkten wurde Sie erstellt. Es sind in ihr zwei helle freundliche Lehrsäle und damit verbunden je ein Gruppenraum sowie ein Bastelraum im Kellergeschoß. Das Schulgebäude ist mit Zentralheizung versehen. Fast 95.000,- DM kostete der Bau und etwa die Hälfte der Kosten trägt die Gemeinde. Auch die Innenausstattung besteht nach den neuesten Erfahrungen aus kleinen, beweglichen Tischen und Stühlen. Dafür gab die Gemeinde weitere 5.000,- DM aus.

 

(Quelle: Zeitgenössische Zeitungsausschnitt / Verlag unbekannt)

Wie ging es weiter?

1970 wird die Strinzer Grundschule geschlossen. Die Schüler müssen nun die Mittelschule in Hahn besuchen. Der letzte Lehrer der Strinzer Grundschule, Horst Witt, wird ebenfalls nach Hahn versetzt.

Damit schließt der Grundschulbetrieb in StM seine Pforten. Er bestand von 1685 bis 1970. Es unterrichteten insgesamt 27 Lehrer an der Schule, davon 6 als Vertreter.

 

Das Schulgebäude wird anschließend als Sonderschule für praktisch bildbare Kinder genutzt.

 

1975 räumt der letzte Lehrer von StM, Horst Witt, die Lehrerwohnung und zieht in ein Eigenheim in der Gartenstraße.

 

Im Jahre 1982 zieht die Sonderschule nach Breithardt um.

 

1983 wird die Schule an einen privaten Bieter verkauf und ab sofort als Wohnhaus genutzt.

 

 

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Die Strinzer Fahne
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