Starfighter stürzt ins Strinzer Feld

Genau dieser Starfighter stürzte ins Strinzer Feld
Genau dieser Starfighter stürzte ins Strinzer Feld

Am 08.10.1977 stürzt ein Starfighter der Bundesluftwaffe ins Strinzer Feld. Hier der Bericht aus dem Wiesbadener Kurier:

 

"Starfighter" explodiert - Piloten unverletzt

Bei Übungs-Tiefflug mit Schleudersitz rechtzeitig aus dem Düsenjäger katapultiert

 

Zwei kurz aufeinanderfolgende Explosionen erschütteten gestern vormittag, wenige Minuten nach 9 Uhr, die Untertaunusgemeinden Hohenstein-Hennethal und Hohenstein-Strinz-Margarethä, als dort ein "Starfighter" der Bundeswehr in der Luft explodierte und anschließend auf ein Feld stürzte. Die beiden Piloten des Jagdbombers konnten sich rechtzeitig mit ihren Schleudersitzen aus der Maschine katapultieren und landete an ihren Fallschirmen sicher in der unmittelbaren Nähe der Unglücksstelle.

Wie ein Augenzeuge des Unfalls erzählte, hatte die Maschine vermutlich einen Triebwerkschaden. Der Augenzeuge hatte das Unglück vom Balkon seines Hauses in Hennethal beobachtet. Da ständig Jäger des Typs "Starfighter" im Tiefflug dieses Gebiet überfliegen, hörte er bei der Unglücksmaschine für ihn ungewohnte Geräusche. Kurz darauf hätten sich die Piloten mit ihren Schleudersitzen aus dem Flugzeug geschossen.

Wie aus dem Bundesverteidigungsministerium in Bonn bekannt wurde, handelte es sich bei diesem "Starfighter" um eine zweisitzige Trainingsversion des Flugzeuges mit der Kennung 28+18, die sich auf einem Übungstiefflug befand und beim Jagdgeschwader 33 in Büchel bei Cochem stationiert war.

Die Absturzstelle, etwa 800 Meter westlich von StM, glich nach dem Absturz einem Schrottplatz. Flugzeugteile wurden nach dem Aufschlag auf dem Acker mehrere hundert Meter von dem Wrack weggeschleudert und übersähten das Feld. Das Kabinendach der Maschine - die Piloten hatten es vor ihrem Ausstieg aus dem "Starfighter" abgesprengt - fiel 400 Meter von der Aufschlagstelle entfernt vom Himmel auf die Straße von Strinz nach Hennethal.

Einer der beiden Piloten landete mit seinem Fallschirm in unmittelbarer Nähe der abgestürzten Unglücksmaschine. Der Fallschirm des zweiten Soldaten verfing sich in den Ästen eines Baumes. Ein Bauer, der nur wenige Schritte von der Unfallstelle auf seinem Feld arbeitete, half diesem Piloten aus dem Schleudersitz.

Wie die Piloten den zuerst erschienen Schaulustigen erzählten, hatten sie ihr Flugzeug in 180 bis 200 Meter Höhe verlassen. Später erklärten sie jedoch, dass sie sich in 300 Meter Höhe aus dem "Starfighter" geschossen hätten.

Bereits einige Minuten nach dem Unglück war die Freiwillige Feuerwehr aus StM alarmiert und am Absturzort. Die herbeigeeilten Rettungsfahrzeuge wurden nicht benötigt.

Etwa eine Stunde nach dem Absturz landeten Hubschrauber der Bundeswehr auf dem Feld; das ganze Gelände wurde von Soldaten hermetisch abgeriegelt. Weder von der Bundeswehr noch von der ebenfals anwesenden Polizei wurden auch Stunden nach dem Absturz Informationen über das Unglück bekanntgegeben.

Die Anweisungen der Bundeswehrsoldaten, die die Ermittlungen leiteten, wurden offenbar so strikt eingehalten, dass selbst Soldaten, die zur Sicherung der Unfallstelle eingeflogen wurden, nicht wußten, wo sie sich eigentlich befanden.

Mit diesem Absturz verlor die Bundeswehr ihren 191. "Starfighter" vom Typ F 104. Bei den vorangegangenen Abstürzen kamen insgesamt 89 Soldaten um Leben.

(Wiesbadener Kurier / Autor Jochen Hauff)

Seinerzeit wurden die vielen Starfighterabstürze zum Politikum. Deshalb sollten nur wenige Informationen an die Öffentlichkeit dringen. Dies führte dazu, dass die Absturzstellen erst wieder freigegeben wurden, wenn die Unfallstelle penibel geräumt war. Trotzdem schafften es die Behörden nicht, diese "Besenrein" zu säubern. Deshalb ist es möglich noch Kleinstteile zu finden. Das hier abgebildete Bruchstück, was seinerzeit direkt nach der Geländefreigabe von Helmut Hartwig gefunden wurde, misst gerade einmal 2 cm. Es ist ein Zeugnis dafür, wie stark die Explosion gewesen sein muss, die den Starfighter beim Aufprall zerstörte.

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Die Strinzer Fahne
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