Toter Bankräuber im Wald

Am 10. Juni 1980 findet gegen 8:00 Uhr ein Förster im Wald nach Niederlibbach zu die in einen Wagen liegende Leiche eines jungen Mannes der offensichtlich Freitod begangen hat. Es handelt sich um Gernot Bauerhorst aus Taunusstein. Dem Förster war der Wagen schon morgens gegen 4:00 Uhr aufgefallen. Er glaubte aber, dass sich in dem Wagen, einem Chevrotlet Coupé, ein Liebespaar verknügen würde. Als der Wagen bei seiner Rückkehr aber immer noch dort stand, ging er zu dem Wagen und entdeckte auf dem Fahrersitz den Toten.

 

Die kurz darauf erschienen Kriminalbeamten glaubten zuerst an Freitod. Der Tote lag mit zurückgefallenem Kopf auf dem Fahrersitz. Seine linke Hand lag auf dem Lenkrad. Die rechte Hand, in der sich noch die Waffe befand, baumelte herab. In der Schläfe klaffte ein Loch.

Die Beamten finden aber keinen Abschiedsbrief, dafür aber eine Tasche mit 132.000 DM.

 

Der wenig später herbeigerufene Notarzt erleidet am Ort des Geschehens einen Schock, handelte es sich bei dem Toten doch um seinen eigenen Sohn.

 

Es stellte sich heraus, das das Geld aus einem Raub stammte, der zuvor in Mannheim geschehen ist. Dort haben zwei Männer im Alter von 25 bis 30 Jahren einen bewaffneten Überfall auf einen Geldtransport in der Mannheimer City durchgeführt und dabei 234.400 DM erbeutet.

 

Die Selbstmordtheorie wird schnell beiseite gelegt. Tatsachen die daran zweifeln lassen sind z.B. fehlende Schmauchspuren an der Hand des Ofers. Auch, so ein Gerichtsmediziner, ist die Sitzhaltung für einen Selbstmörder ungewöhnlich und man geht davon aus, dass sich nach einem Selbstmord die Waffe nicht mehr in der Hand des Opfers befindet. Auch passt die gefundene Patronenhülse nicht zur Waffe des Opfers.

 

Doch was hat sich tatsächlich ereignet?

Man geht davon aus, dass es zwischen den Bankräubern zum Streit gekommen ist und der Komplitze des Opfers dieses aus nächster Nähe erschossen hat. Danach wurde dem Opfer die Waffe in die Hand gesteckt. Es könnte aber auch sein, dass das Opfer selbst nicht mehr in der Lage war zu schießen und deshalb noch die Waffe in der Hand hielt.

 

Fraglich ist, warum sich, falls es sich hier um Mord handelte, im Wagen noch das Geld aus dem Bankraub befand. Möglicherweise geriet der Täter in Panik oder wurde gestört, sodass er unverrichteter Dinge die Flucht ergriff.

 

Eine Woche später sind die Umstände des Todes noch nicht geklärt. Inwieweit es zu einer Aufklärung des Falles gekommen ist, ist derzeit nicht bekannt.

(Wiesbadener Kurier, 1980, mehrere Ausgaben)

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