Feuerschutz in alter Zeit

Die Feuergefahr in unserem Dörfchen war früher sehr groß, zumal fast alle Häuser und Scheunen mit Stroh gedeckt waren. Die "Abgebrannten" wurden bettelarm, denn in jener Zeit gab es noch keine Brandversicherung.

Deshalb besaß jede Gemeinde eine bestimmte Anzahl von Feuereimern, Leitern und großen Haken zur Brandbekämpfung. Jeder Hauseigentümer musste ein großes, mit Wasser gefülltes Gefäß Tag und Nacht auf seinem Grundstück bereitstellen.

Schon im Jahre 1629 bestimmt die von Graf Johannes von Nassau-Idstein erlassene Heftricher Verordnung, die auch für Strinz-Margarethä galt, dass jeder Einwohner der wegzog, der Gemeinde 2 Gulden zu geben hatte. Wer zuzog musste zwei lederne Eimer kaufen, einen für die Gemeinde, einen fürs eigene Wohnhaus, ferner eine tannene Leiter mit mindestens 30 Sprüssel (Sprossen).

Wer sich nach auswärts verheiratete und nach dem Tode der Eltern zurückkehrte, musste 2 Eimer kaufen und 6 junge Eichenbäume in den gemeinen Wald setzen.

Wer also Dorfbewohner wurde und durch den Schutz der Dorfgemeinde profitierte, hatte Gegenleistungen zu erbringen.

Gerade die seinerzeit mit Stroh gedeckten Dächer waren brandgefährlich (Bild: Hessenpark/Schwarzer)
Gerade die seinerzeit mit Stroh gedeckten Dächer waren brandgefährlich (Bild: Hessenpark/Schwarzer)

Handdruckspritze von 1891

Die hier gezeigte pferdebespannte Handdruckspritze wurde im Jahre 1891 angeschafft.

Sie stammt von der Spritzenfabrik Carl Metz aus Heidelberg.

Sie hatte einen Saugeingang und 2 Druckabgänge.

 

Um Wasser saugen zu können, musste zuerst der Wasserbehälter mit Eimern befüllt werden.

 

Die Bedienung der Pumpen verlangte viel Kraft und so wurden bei längerem Einsatz die Bedienungsmannschaft gewechselt.

Der Zinkeimer von 1900

Der hier gezeigte Zinkeimer ist der letzte von 25 "Eimer mit Anstrich und Beschriftung", die im Jahre 1900 angeschafft wurden.

 

Die Gemeinde Strinz-Margarethä erhielt am 28.  August 1899 von der Nassauschen Brandversicherungsanstalt , wegen guter Löschhilfe" 25 Mark, die als Zuschuß für die Eimer genutzt wurden.

 

Die Eimer wurden im Zuchthaus von Diez herstellt und kosteten insgesamt 33 Mark und 75 Pfennig.

 

Der hier gezeigte Eimer stand 109 Jahre im Dienst der Strinzer Feuerwehr und war noch bis 2009 auf dem Tanklöschfahrzeug als Kaminkehrerwerkzeug verladen.

 

Der Schriftzug "Gemeinde Strinzmargaretha" ist noch schwach zu erkennen.

Hydrantenwagen von 1908

Nachdem im Jahre 1907 in Strinz-Margarethä Wasserleitungen verlegt wurden, wurde der hier gezeigte Hydrantenwagen, als Ergänzung zur Feuerspritze von 1891 angeschafft.

 

Bestückt war er mit 2 Schlauchhaspeln mit je 5 C-Schläuchen, einem Standrohr, einem Hydrantenschlüssel und einem Werkzeugkasten.

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Die Strinzer Fahne
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