Bomben auf Strinz?

Eine B17 beim Bombenabwurf
Eine B17 beim Bombenabwurf

Auch wenn Strinz kein adäquates Ziel für Bombenangriffe darstellte, musste man die alliierten Bomben doch fürchten. Die Bomber überflogen in der Regel StM von Norden kommend in Richtung Frankfurt. Dabei wurden Sie von einer Flakbatterie bei Wehen unter Beschuß genommen. Wurde ein Bomber getroffen, mussten schnellstmöglich die Bomben zum eigenen Schutz der Besatzung abgeworfen werden.

Diesem Umstand ist es zu schulden, dass nahe Strinz mehrere Bomben einschlugen, das Dorf aber nicht getroffen wurde.

Der hier abgebildete Splitter wurde mit einem Metallsuchgerät in der Strinzer Gemarkung gefunden. Er stammt sehr wahrscheinlich von einer Flugabwehrgranate. Diese Flakgranaten explodierten in vorgegebener Höhe in viele Einzelteile, mit dem Ziel, Bomber zu zerstören. Die meisten Einzelteile fielen dann wieder auf die Erde zurück.

 

Dass solche herabstürzenden Splitter auch für die Bevölkerung darstellen konnte, beweisen die  nachstehende abgebildeten Plakate, die ausdrücklich vor der Splittergefahr warnten.

Bombentrichter am Eichholz
Bombentrichter am Eichholz

Bombeneinschläge gab es nahe der Zinkenmühle, am Kirchberg, und östlich von Strinz in Richtung Niederlibbach. Noch heute zeugen im Wald verstreute Bombentrichter von diesen Abwürfen.

Bei der Bombe die Nahe der Zinkenmühle explodierte, handelte es sich um eine Luftmine. Luftminen haben eine sehr große Sprengkraft und explodieren schon in der Luft. Dabei sollen sie die Dächer von Häusern abdecken. Nachfolgend kommen dann Bomber mit Brandbomben, die dann in die abgedeckten Häuser fallen und diese entzünden. Insofern wurde dort, wo die Luftmiene explodierte auch eine große Anzahl von Brandbomben abgeworfen.

In der Gemarkung gefundener Bombensplitter
In der Gemarkung gefundener Bombensplitter

Durch den Einschlag am Kirchberg wurden mehrere Fenster in der Strinzer Schule zerstört.

 

In den Trichtern östlich von StM hat man zum Teil - nach dem Einmarsch der Amerikaner - tote Pferde verscharrt.

 

Von einer der dort explodierten Bomben müsste der hier gezeigte Splitter stammen, denn er wurde in unmittelbarer Nähe gefunden.

Aus der Chronik

1943: Am 26. November fallen Fliegerbomben in der Ortsgemarkung.

1944: Am 4. Dezember fallen beiderseits der Straße nach Niederlibbach Fliegerbomben

1945: Am 3. Februar fallen hinter dem Schulhaus Bomben auf den Kirchberg. Durch die 
          Detonation werden acht Fensterscheiben im Schulhaus zertrümmert

 

Langcaster Bomber beim Abwurf einer Lufmine und Brandbombem
Langcaster Bomber beim Abwurf einer Lufmine und Brandbombem
Ein bei Wingsbach notgelandeter Lancaster Bomber. Hat er zuvor die Bomben bei Strinz abgworfen?
Ein bei Wingsbach notgelandeter Lancaster Bomber. Hat er zuvor die Bomben bei Strinz abgworfen?

Hierbei handelt es sich um ein Fragment eines englischen Kopfzünder 846 für eine Flüssigkeitsbrandbombe 30 lb den ich in der Gemarkung gefunden habe.

Produziert wurde dieser Zünder im Januar 1942.

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Die Strinzer Fahne
Die Strinzer Fahne

Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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