Lebensmittel auf Karten

Gegen Ende des Krieges war die Nahrungsmittelversorgung im Dorf recht schwierig. Dies wurde mit Ende des Krieges nicht unbedingt besser. Auch nach dem Krieg herrschte weiter Nahrungsmittelmangel.

 

Die Zuwendung an Lebensmittel wurde über sogenannte Lebensmittelkarten geregelt. Diese Lebensmittelkarte bestand aus mehreren Lebensmittelmarken für verschiedene Produkte. Solch eine Marke konnte man gegen das darauf benannte Produkt eintauschen.

Erhalten gebliebene Lebensmittelkarte aus dem Archiv der Gemeinde Hohenstein
Erhalten gebliebene Lebensmittelkarte aus dem Archiv der Gemeinde Hohenstein

Ausgabe durch die Besatzer

Die Lebensmittelkarten (auch Nährmittelkarten genannt) wurden von den Alliierten Besatzungsmächte ab Mai 1945 in ihren jeweiligen Sektoren ausgegeben, die entsprechend der Schwere der Arbeit  in Verbrauchergruppen (Kategorien) von I bis V eingestuft wurden. Die dafür ausgegebenen Rationen an Brot, Fleisch, Fett, Zucker, Kartoffeln, Salz, Bohnenkaffee, Kaffee-Ersatz und echtem Tee wurden entsprechend den Möglichkeiten festgelegt. Durch öffentliche Aushänge wurden an den Wochenenden die für die jeweils nächste Woche käuflichen Waren „aufgerufen“. Schwerkranke, die einen höheren Kalorienbedarf hatten, bekamen auf ärztliche Anweisung eine „Schwerarbeiterzulage“, die ansonsten nur körperlich schwer arbeitenden Menschen zustand.

 

Tagesration entspricht 1550 Kilokalorien

Ende 1946 entsprach die vorgesehene Tagesration für erwachsene Normalverbrauche 1550 Kilokalorien. In den Jahren 1948 und 1949 wurden die Mengen schrittweise erhöht.

Man erhielt rationierte Lebensmittel in den Geschäften und Gaststätten nur, wenn man die entsprechenden Lebensmittelkartenabschnitte, die Marken, abgeben konnte (und zusätzlich natürlich die vom Händler geforderte Summe bezahlte). Die Marken waren nach einzelnen Lebensmitteln aufgeteilt; beispielsweise konnte man mit Brotmarken nur Brot erwerben, aber mit Fleischmarken auch Fisch.

 

Schwarzmarkthandel

Oft wurde mit Lebensmittelmarken daher auf dem Schwarzmarkt Tauschhandel betrieben. Gaststätten gaben auf der Speisekarte an, wie viel Marken welcher Art für das jeweilige Gericht vom Gast abzugeben waren.

 

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Ausgabe von Lebensmittelkarten im Jahre 1950 abgeschafft.

Quellen: Archiv der Gemeinde Hohenstein / Wikipedia

Neben Lebensmittelpunkten wurden auch sogenannte Spinnstoffpunke für Kleidung und ähnliche Produkte ausgegegeben.

 

Lesen Sie hierzu den Artikel Spinnstoffpunkte

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