Sonstige Lieder

"Neben unseren bekannten Volksliedern sangen

unsere Vorfahren Lieder, deren Texte und Melodien

zum großen Teil in Vergessenheit geraten sind.

 

Nachfolgend habe ich drei Liedetexte aufgeschrieben,

die von Wilhelm Guckes und seiner Frau Erna

überliefert wurden"

Das Lied vom Wanderer

 

Ein müder Wand´rer kommt des Wegs daher,

sein Herz schlägt ihm ja gewaltig schwer,

er wollte zieh´n in sein Heimatort,

fünf Jahr war er vom Elternhaus fort.

 

Er wollte sich holen eine holde Braut,

auf die hat er sein ganzes Glück gebaut,

Vor einem kleinen Häuschen blieb er stehn,

was musste er da zu seinem Erstaunen sehn?

 

Sie sitzt am Herde bleich und abgezehrt,

er geht hinein und spricht ganz leis zu ihr:

"Gewährt mir Platz, mich hungert und mich friert!"

"Setzt Euch hernieder!" spricht Sie leis zu ihm,

"An Gaben kann ich nimmer Euch erfreu`n,

Mein Mann ist krank, er ringet mit dem Tod,

Ich und die Kinder leiden bitt`re Not."

 

"Ja, harte Straf` die bleibet niemals aus,

Mein Schatz zog in die Welt hinaus.

Er schwur mit Treu, und ich brach den Schwur,

ich wollt bei Gott, er käm nie retour!"

 

"Ich bin`s dem du gebrochen hast die Treu`,

Bist nicht mehr ledig, bist auch nicht mehr frei!

Nimm diesen ring, dein Glück soll ewig blühn,

ich aber muss jetzt in die Ferne ziehn!"

 

Da richt der Kranke sich vom Lager auf,

und gab sogleich die rechte  Antwort drauf:

"Nimmm sie nur hin, bald ist sie wieder frei,

denn meine Sterbestunde naht herbei!"

 

Kaum hat er dieses Worte ausgesagt,

da hat er schon sein Leiden ausgeklagt.

Zum Friedhof trug man weinend ihn hinaus,

still und verlassen blieb das kleine Haus.

 

Und als das Trauerjahr vorüber war,

da führte er sein Liebchen zum Altar,

und auch den Kindern Vater will er sein,

Er hats geschworen und wirds auch ewig sein.

 

 

Das Lied vom verlorenen Bruder

 

Es wollt ein Mann in seine Heimat reisen;

er sehnte sich nach seinem Weib und Kind.

 

Da mußt er einen finst`ren Wald durchreisen,

wo plötzlich ihn ein Räuber überfiel.

 

"Gib her Dein Geld, sonst nehm` ich Dir dein Leben! Ich setzte den Dolch auf Deine Brust"!

 

"Mein Geld, mein Gut, das kann ich Dir nicht geben, ich öffne Dir von selber meine Brust"

 

"Was ist es was Du trägst an deinem Herzen?

Was ist es was Du trägst an Deiner Brust?"

 

Es ist ein Bild von meiner sel`gen Mutter:

sie selber, ja sie selber gab es mir!"

 

Erschrocken blieb der Räuber vor ihm stehen:

"Verzeih, verzeih! Dein Bruder steht vor Dir!

 

Zwölf Jahre haben wir uns nicht gesehn,

und nun muß ich als Räuber vor Dir stehn.

 

Das Leben ist ein Würfelspiel

 

Das Leben ist ein Würfelspiel,

man würfelt wenig oder viel.

Bei 1 fängt man das Leben an,

man ißt, man trinkt, man schläft alsdann.

Bei 2 kommt man schon auf die Bein,

man hüpft, man springt zum Tor hinein.

Bei 3 wird man schon frank und frei,

man weiß auch schon was Liebe sei.

Bei 4 hat man schon ausstudiert,

wie man schöne Mädchen karessiert (liebhat)

Bei 5 nimmt man zum Zeitvertreib,

sich ein verliebtes junges Weib.

Bei 6, bei 7 und bei 8,

da wird der Würfel matt und schwach.

Und wenn der Würfel nicht mehr fällt,

dann heißt es: Gute Nacht, o Welt!


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Die Strinzer Fahne
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Sebastian Vettel fährt durch StM (ab 16:05)

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