"Hier nun ein Mundartgedicht

vom Strinzer Hasen. Auch hier

mit einer 1:1 Übersetzung"

De Strinzer Hoas

Im nachfolgenden Gedicht geht es um die verschiedenen mundartlichen Bezeichnungen für den Hasen, der schon im Nachbarort anders ausgesprochen wird

.

Im Steckenrother Dialekt heißt der Hase:  Haass, in Strinz isses en Hoas.
Im Strinzer Dialekt heißt der Bräter:  Bräärer,  Leute nennt man:  Lööt.
Der Spitzname der Steckenrother heißt:  Käes  (vom Käsemachen)
Der Spitzname der Strinzer heißt:   Strinzer Heckeflämser (Abflämmen der
Hecken und Feldraine im Frühjahr).

Altstrinzerisch

Wos iss ders doa  feer Dier? 

De Hoas, iss des aach en Strinzer?
Jo, Jo, so heißt der Hase in unserem echte Strinzer Dialekt, unn ders is werklich
e goldig Dier, sonst hätt` en jo de Albrecht

Dürer nit su schee gemold:


Unn Haas, isses im Uwe, wenn mer mit Uweknibbel feuern duud.
Doa werds im Winder su richdig worm in de Buud.
Woas en Hoas iss, unn wenns  Haass iss, des muss mer vesteeh,
sonst deed die Pointe in die Hoose geeh.

De Strinzer Hoas des iss e Dier,

frisst Ajerpisch un  trinkt koa Bier.
De Nome heert sich oo wie Hors, abber des iss in England ee Pferd oder ee Ross
Die fresse  Howwer un Hei un sinn gegeüwwer  eem Hoas riesegroß.
Se saufe Wasser unn  ziehe de Woache unn ach de Blugg,
wenn e Hingel gluggsich iss, doa isses

en Glugg,
Die Hingel fresse Howwer un lehe ee Aaii,
negst alle Doag  aans unn gaggern debei.

Awwer de Hoas, des iss e goldig Dier,
verlässt der  mool sei Rewier
unn leäft  üwwer die Äsestross,
eer Lööt, eer Lööt, doa iss ebbes loos,
vieläscht sugor noo Steggerod,
doo muss eer sich ferschde feer säm Dood.
Die Steggeräärer rufe : „ enn Haas, enn Haas,
dess iss feer den Hoas werglich koan Spaas.


Haas, ders heert de Hoas werglich nit gern,
unn bereut, des er gelaafe iss in die Fern.
Hee schlieht en Hooge unn leeft wos`e kann,
in die Strinzer Gemorgg, in die erscht best Gewann.
Do fühlt`e sich sicher, unn iss nit mee nerveess,
unn heert nit mee haass, haass, vo de Steggerärer Käes.
Denn haass, vestieht de Hoas im´e  annern  Sinn gewiss,
haas isses  feern Hoas wenn`e  im Bräärer drin iss.

Ein Beitrag von Helmut Hartwig.

Übersetzung

Was ist das da für ein Tier?

Der Hase, ist das auch ein Strinzer?

Ja, ja, so heißt der Hase in unserem echten Strinzer Dialekt, und das ist wirklich

ein goldiges Tier, sonst hätte es der Albrecht Dürer nicht so schön gemalt:

 

Und heiß ist es im Ofen, wenn man mit

Ofenknüppel heitzen tut.

Da wird es im Winter so richtig warm in der

Bude.

Was ein Hase ist und wenn es heiß ist, das

muss man verstehen,

sonst wird die Pointe in die Hose gehen.

 

Der Strinzer Hase das ist ein Tier,

frisst Eierbüsche und trinkt kein Bier.

Der Name hört sich an wie Horse, aber das ist in England ein Pferd und ein Roß.

Die fressen Hafer und Heu und sind gegenüber

einem Haas riesengroß.

Sie saufen Wasser und ziehen den Wagen und auch den Pflug,

wenn ein Huhn gluggisch ist, dann ist es eine Glugge.

Die Hühner fressen Hafer und legen ein Ei,

legen jeden Tag eins und gaggern dabei.

 

Aber der Hoas, das ist ein goldiges Tier,

verlässt der mal sein Revier

und läuft über die Eisenstraße,

er läuft er läuft, da ist etwas los,

vielleicht sogar nach Steckenroth,

da muss er sich fürchten vor seinem Tod.

Die Steckenröther rufen: Ein hieß, ein heiß,

das ist für einen Hasen wirklich kein Spaß.

 

Heiß, das hört der Hase wirklich nicht gern,

und bereut, das er gelaufen ist in die Ferne.

Er schlägt einen Haken und läuft wo er kann,

in die Strinzer Gemarkung, in die erst beste

Gewann.

Dort fühlt er sich sicher und ist nicht nervös,

und hört nicht mehr heiß, Heiß von dem Steckenrödter Käse.

Denn heiß versteht der Hase in einem anderen Sinn gewiss

Heiß ist es dem Hase, wenn er im Bräter drinnen

ist.

Übersetzung Frank Schwarzer


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